Schaufenster voller Kunst
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Schaufenster-Ausstellung in Wolnzach: Kunst statt Leerstand, Kultur in Zeiten der Pandemie. Dem Kunst- und Hobbykreis Wolnzach gelingt das hier.

Kultur in Pandemiezeiten

Eyecatcher: Aus leeren Schaufenstern wird eine Ausstellungsfläche für den Kunst- und Hobbykreis Wolnzach

  • VonLena Hepting
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Bei leer stehenden Geschäften sind die Schaufenster nun voll: Denn der Kunst- und Hobbykreis Wolnzach hat sie mit den unterschiedlichsten Kunstwerken dekoriert.

Der Kunst- und Hobbykreis Wolnzach hat die Schaufenster leer stehende Geschäft im Markt mit Kunstwerken der Mitglieder dekoriert, und die Menschen bleiben nach den Erfahrungen der Vorsitzenden Gisela Brandl-Giesel vor dem Schaufenster tatsächlich länger stehen. Dazu kommt der unmittelbare Effekt für den Verein, der 2023 ein größeres Jubiläum feiern wird: 1983 nämlich wurde der Verein, der heute 87 Mitglieder hat, ins Vereinsregister eingetragen, nachdem er drei Jahre mehr oder weniger als „wilder“ Verein existiert hatte. 2020 aber hat der Verein aus bekannten Gründen kein Fest halten können.

Die Mitglieder, die hier in den Schaufenstern ausstellen, nützen ihre Chancen konsequent, um bekannt zu werden, ihre Kunst zu zeigen und auch die Arbeit des Vereins öffentlich werden zu lassen. Sie deutete an, dass der Verein hier etwas tue, wovon alle profitieren: „Es schaut niemand in leere Schaufenster“, sagte sie und verwies dazu auch auf die freundliche Unterstützung durch den Markt-Service im Rathaus, der hier vermittelnd tätig gewesen ist. Der Verein verfolgt damit eine andere Marschrichtung als sie die Initiatoren der Schaufenster-Ausstellungen etwa in Moosburg und Nandlstadt: Die Künstler hier füllen eine Lücke, während in den beiden anderen Kommunen eine Symbiose aus aktiven Geschäften und Kunst erfolgreich versucht worden ist. Gemeinsam ist allen drei Veranstaltern die Erfahrung, dass sie einen Weg gefunden haben, unter den Bedingungen der Pandemie Kunst öffentlich zu zeigen, auszustellen.

Kunst- und Hobbykreis: Ein Format mit Zukunft

Es ist ein Format, das Zukunft haben kann, auch wenn alle daran arbeiten, den Leerstand so schnell wie möglich wieder zurück zu führen. Aber sogar dabei hilft der Verein unterschwellig mit: In einer attraktiven und lebendigen Einkaufsstraße ist eine Vermietung grundsätzlich leichter. Der Verein wird aber auch auf andere Weise öffentlich wirksam: Wie die Vorsitzende erzählte, geht man in Senioren-Einrichtungen, um mit den Menschen dort Kunst zu machen, ihnen vielleicht sogar zu einem neuen Hobby zu verhelfen. Auch mit Kindern wird immer wieder Programm gemacht, zuletzt bei den Sommer-Ferienspielen. „Das haben wir durchgeführt“, so die Vorsitzende, die darum recht zufrieden ist.

Der Verein hat, auch wenn er nach den Worten der seit 15 Jahren an der Spitze stehenden Chefin keine aktive Jugendgruppe hat, eine gesunde Altersstruktur. Von 18 Jahren bis ins Rentenalter sei alles vertreten, von „gehobener Handarbeit“ über Tusche bis Ölmalerei reicht das Spektrum der Techniken. Sie bezeichnete diese Vielfalt als Stärke des Vereins: „Jeder macht etwas anderes!“ Diese Rechnung scheint aufzugehen: „Wir haben selbst im Corona-Jahr noch Mitglieder dazu gewinnen können“, freute sie sich in dem Gespräch. Der Verein könnte allerdings noch etwas mehr tun: In den Gespräch kam auch heraus, dass Präsenz in sozialen Netzwerken etwa noch fehlt. Vielleicht findet sich ja jemand im Verein, der diesen Mangel behebt.

Quelle: Forum

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