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Grundschule Elsendorf: Kleine Forscher glänzen auf der „Miniphänomenta“

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Von: Lena Hepting

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Kinder experimentieren mit Dunkelkammer
Experimente mit Licht und Feuer wirken in der Dunkelkammer am besten. © Hausler

Durch gemeinsames Staunen und selbstständiges Forschen wie von selbst Phänomene zu begreifen - das ist in der Elsendorfer Grundschule „Regenbogen“ möglich.

Doreen Dambacher, Projektleiterin vom Bildungswerk der bayerischen Wirtschaft (bbw), gab am „Tag der Öffentlichkeit“ der „Miniphänomenta“ eine kurze Einführung für die anwesenden Gäste. Darunter Erster Bürgermeister Markus Huber, Hermann Brandl von den Arbeitgeberverbänden bayme vbm, Schulrat Andreas Lindinger aus dem Schulamt Kelheim und der Elternbeirat. Im Anschluss an den Empfang war es allen Gästen möglich, selbst an den Stationen zu forschen.

„Weißt Du warum ein Glas singen oder ein Würfel rollen kann?“, mit dem Wieso, Weshalb, Warum – Lied begrüßten die Kinder der Grundschule gemeinsam mit Schulleitung Andrea Gaffal-Frank die Gäste, die zum Öffentlichkeitstag gekommen sind. Sichtlich freuten sich diese darauf, die von ihren Eltern teils nachgebauten Stationen herzuzeigen und zu erzählen, welche Phänomene sie bisher entdeckt haben. Doreen Damacher erklärt, worauf das Konzept von MINIPHÄNOMENTA aufbaut. 14 Tage sind die originalen Experimentierstationen vor Ort, zum Anfassen und Ausprobieren für die Kinder.

Die Lehrkräfte, die als Lernbegleiter eher im Hintergrund tätig sind, bilden sich speziell für diese Miniphänomene fort, Eltern bauen im Anschluss an die zweiwöchige Probierphase die Experimente nach. MINIPHÄNOMENTA in Bayern ist ein Projekt der Bildungsinitiative „Technik – Zukunft in Bayern 4.0. Hermann Brandl, Vertreter der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie in Bayern (Geschäftsstelle Oberpfalz) als Hauptförderer der Experimentierparcours, steht voll hinter dem Projekt:

„Die Wirtschaft braucht junge Menschen, die sich technisch gut auskennen“. Im Gespräch mit den Schülern hat er erfahren, dass manche schon ihre Lieblingsstationen gefunden haben. Die Dunkelkammer mit Experimenten rund um das Thema Licht und Feuer ist hier hoch im Kurs. Viele von den Grundschülern beschäftigten sich aber auch gerne an der Murmelbahn oder bringen Kugeln durch Schwingung in Bewegung.

Zwei Jungs in der Schule mit Masken
Es gibt nix, das es nicht gibt - die Elsendorfer Regenbogen-Schüler hatten einen spannenden Tag. © Hausler

Im Gespräch mit dem kleinen Julius erzählt dieser, dass ihm besonders das Experiment mit dem Stein im Wasser gefällt. Dort hat er erkannt, dass ein Stein im Wasser leichter ist. An Hand einer aufgebauten Zug-Waage gelang es ihm, das Gewicht des Steines im und außerhalb vom Wasser zu messen. „Dann ist mir eingefallen, dass ich meinen großen Bruder im Wasser auch tragen kann“, erzählt er und gewinnt dabei die Erkenntnis, dass Gegenstände im Wasser leichter sind. Das schafft Julius rein durch die Möglichkeit allein an den Experimentierstationen staunen, forschen und begreifen zu können und durch immer wieder währende Wiederholung über das Phänomen nachzudenken.

Haben die Schüler Fragen, können sie sich an eine Lehrkraft wenden. Die bildeten sich als Grundlage für das Themenprojekt bei Prof. Dr. Lutz Fiesser fort und lernten dabei selbst einiges dazu. „Doch manches kann ich mir auch nicht erklären“, erzählt Cornelia Niemetz. Sie ist Grundschullehrerin und ist begeistert von MINIPHÄNOMENTA. Sie erklärt, dass es bei den Projekttagen nicht nur darum geht, dass die Kinder verstehen, wieso oder warum etwas geschieht, sondern, unter anderem darum, dass die Entdeckerfreude geweckt wird und die Kinder über die Phänomene und ihre Wirkung nachdenken können.

„Da bin ich auch selbst oft überrascht, was passiert“, staunt Niemetz und erzählt, dass sie beeindruckt von der Station mit den zwei Holzkugeln ist. Hier wird eine Holzkugel zum Schwingen gebracht, wodurch sich die zweite von selbst in Bewegung setzt. „Das kann ich den Kindern gar nicht erklären, wieso das so ist“, sagt die Lehrerin und sagt, dass das in der Grundschule und den physikalischen Gesetzen zu weit führen würde. „Kurz gesagt - es ist einfach phänomenal“, schmunzelt die Lehrerin. Laut Prof. Dr. Lutz Fiesser, geben diese elementaren Erfahrung Kinder genau die Grundlage, auf die sie Jahre später aufbauen können. Sie erschließen dabei nicht alle Phänomene sofort, aber gerade das sei es, was neugierig macht und den Forscherdrang in den Kindern weckt. Jeden Tag können die Kinder eine bis zwei Stunden ihres Stundenplanes an den Stationen verbringen. Da das Projekt ganzheitlich aufgebaut ist, deckt es beispielsweise den Heimat- und Sachkundeunterricht oder auch die Musikstunde ab.

In der Projektphase haben die Kinder neben dem Experimentieren auch einige Lieder gelernt. Eins davon haben sie auf sich zugemünzt und lautet „Wir sind die fleißigen Forscher aus dem Elsendorfer Land“, was natürlich auch Ersten Bürgermeister Markus Huber sichtlich stolz zeigte. Er bedankte sich vor allem bei den Kindern und Lehrern für ihre Offenheit gegenüber dem Projekt, aber auch den Eltern und deren Einsatz beim Nachbau der ersten zehn Stationen.

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