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Mord und Totschlag in Buch und Film: Ernst Keller aus Fürholzen veröffentlicht die „Vergessenen Geschichten“

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Von: Lena Hepting

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Gauner verzehren ein gestohlenes Huhn am Lagerfeuer
Szene aus dem Film: Die Gauner verzehren ein gestohlenes Huhn am Lagerfeuer. © Ernst Keller

Demnächst erscheint Ernst Kellers Buch „Freising - Vergessene Geschichten“. Darin befasst sich der Fürholzer Geschichtsforscher mit Greueltaten in der Historie des Landkreises.

In den nächsten Tagen erscheint Ernst Kellers Buch „Freising - Vergessene Geschichten“. Darin befasst sich der Fürholzer Geschichtsforscher mit Greueltaten und Verbrechern in der Historie des Landkreises Freising. Und: Nicht nur ein Buch wird Keller veröffentlichen, sondern auch einen Film mit dem selben Titel. Jetzt stehen die Termine fest, an denen der Streifen zu sehen sein wird: Die Kinopremiere der Filmdoku im Cineplex Neufahrn zusammen mit Buchvorstellung findet am Sonntag, 5. Dezember, um 17 Uhr statt, weitere Film-Termine im Cineplex dann am Donnerstag, 9. Dezember,18.15 Uhr und am Sonntag, 12. Dezember, um 13 Uhr.

In diesem Film geht es um ein paar exemplarisch ausgesuchte Kriminalgeschichten, die sich in Freising und Umgebung tatsächlich zugetragen haben und im Buch zusammen mit weiteren düsteren Geschichten ausführlich beschrieben werden. Ein Kapitelwurde sogar Neufahrner Kriminalfällen gewidmet. Eine dieser Geschichten beschäftigt sich ausführlich mit dem grausamen Mord an einer Neufahrner Bäuerin am Fronleichnamstag 1852. Gedreht wurde zumeist an den Originalschauplätzen, geschnitten und vertont im Studio Winklmeier in Fürholzen. Der Zeitraum von der Tat bis zur Verhandlung, meist vor dem Schwurgericht München, und zur Vollstreckung des Urteils, reicht vom 19. Jahrhundert bis in die Anfangsjahre des 20. Jahrhunderts hinein. Schurken hatten dabei für ihre Missetaten mit Strafen bis zum Schafott zu rechnen.

Die erste Hinrichtungsstätte in Freising befand sich ab der jüngeren Neuzeit nahe der alten Münchner Straße – außerhalb des Münchner Tors - auf dem so genannten Schleiferängerl, heute steht dort der Realmarkt. Ab 1709 wechselte der Standort des Galgens beim Bau des Scharfrichterhauses, dem späteren „Schillerbauern“, auf die Anhöhe zwischen der heutigen Prinz-Ludwig-Straße und dem Plantagenweg. Eine der wenigen Schilderungen einer Hinrichtung verwahrt die Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek. Danach war es am 20. Dezember 1748 zu einem dramatischen Zwischenfall gekommen. Beim Versuch, einen Geächteten zu hängen, soll zum großen Unwillen der Henkersknechte der Strang gerissen sein. Als diese nun mit aller Gewalt den Verurteilten am Boden erdrosseln wollten, schritten Weihenstephaner Studenten ein, packten den armen Kerl auf ein Pferd und entführten ihn in das nahe gelegene Kloster Weihenstephan - wo die Verfolger keinen Zutritt hatten, weil Weihenstephan damals für die Freisinger Schergen Ausland war. Später, im Jahr 1808, ist der morsche Galgen sogar abgebrochen. Nach der Säkularisation 1803 gab es in Freising überhaupt keine Hinrichtungen mehr.

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