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wbb-Geschäftsführerin Lena Kuchler verrät, warum es Frauen in Zeiten von Corona besonders schwer haben.

Frauen & Karriere

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Corona schadet vor allem den Frauen. Das sind die Gründe, warum die Pandemie für die Chancengleichheit ein Rückschlag ist.

Familie und Beruf miteinander unter einen Hut zu bringen, ist für Frauen ohnehin schwer. Seit dem Corona-Ausbruch hat sich dieses Problem noch verschärft. Das beobachtet Lena Kuchler, Geschäftsführerin des privaten Bildungsträgers wbb in Freising, Erding, Ebersberg und Dachau – und nennt die Gründe dafür.

Frau Kuchler, tragen die Frauen die Hauptlast in der Pandemie?

Lena Kuchler: „Eindeutig ja. Dies gilt besonders in Familien mit Kindern. Da trifft eine schwierige Betreuungssituation auf eine noch immer vorherrschende, unterschwellige Selbstverständlichkeit, dass das hauptsächlich von der Frau kompensiert werden müsste. Das gilt natürlich nicht für jede Familie. Aber selbst dort, wo die gefühlte Verantwortlichkeit gleich verteilt ist, gibt es andere entscheidende Faktoren.“

Welche?

Kuchler: „Er verdient mehr, sie arbeitet vielleicht Teilzeit. Er kann wegen leitender Tätigkeit kein Home Office machen. Wir beobachten Fälle, in denen beide Eltern Home Office machen, und die Kinder trotzdem hauptsächlich von der Mutter betreut werden. Wie gesagt: Es trifft nicht in jedem Fall zu, aber häufig.“

Woran mag das liegen?

Kuchler: „Da mag das unterschiedliche Verständnis vieler Arbeitgeber bei der Frage der Kinderbetreuung eine Rolle spielen. Die Pandemie hat ein Brennglas auf die uns bereits bekannten Strukturen gelegt und zeigt uns ganz deutlich, wo Ungleichheit herrscht.“

Immerhin ist Home Office seit dem Lockdown deutlich akzeptierter und etablierter als zuvor.

Kuchler: „Das stimmt, und das unterstützt Frauen natürlich bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, weil es ihnen ermöglicht, flexibler zu arbeiten als bei festen Bürozeiten. Die größere Akzeptanz von Home Office ist aber auch eine große Chance für die Gleichberechtigung. Denn es ist ja nicht nur Frauen möglich, von zu Hause aus zu arbeiten. Es macht auch Männer flexibler, sodass sich die Verantwortung für die Familie gleichmäßiger verteilt, und sich Rollenbilder bewegen können.“

Es gibt ja auch viele vornehmend weiblich besetzten Berufe, die an den Arbeitsplatz gebunden sind – im Krankenhaus oder in der Schule...

Kuchler: „...und wenn der Mann einen Bürojob hat, ist der eben mehr gefordert, von zu Hause aus zu arbeiten und zugleich mehr für Familie und Haushalt zu tun.“

Schwierig wird es aber im Augenblick, wenn Frauen zurück aus der Elternzeit ins Berufsleben wollen.

Kuchler: „Die Krise hat dazu geführt, dass der Arbeitsmarkt weniger Nachfrage bietet als zuvor. Für Frauen, die länger draußen waren, ist es daher sicherlich derzeit besonders schwierig, einen Job zu finden. Aber nicht jede Branche hat einen Einstellungsstopp. Die Lage ist nicht hoffnungslos.“

Wie kann Weiterbildung Frauen in der jetzigen Krise helfen?

Kuchler: „Weiterbildung ist in dieser Lage besonders wichtig. Wir empfehlen, die Gelegenheit zu nutzen, über den Tellerrand zu blicken, zu sich zu kommen, zu reflektieren. Über Weiterbildung – auch in Teilzeit - können sich Frauen sogar neu erfinden und etwa auf Jobangebote aufmerksam werden, die zu ihnen passen, von denen sie aber gar nichts wussten. Die gute Nachricht ist: Jede kann aus einer Krise eine Erfolgsstory machen.“ (Manuel Eser)

„Über Weiterbildung können sich Frauen neu erfinden“: Lena Kuchler, Geschäftsführerin des Bildungsträgers wbb.

Kontakt

wbb-Geschäftsführerin Lena Kuchler verrät, warum es Frauen in Zeiten von Corona besonders schwer haben.

wbb gmbh
Erdinger Straße 26
85356 Freising
Tel. +49 8161 538 99 11
E-Mail: lena.kuchler@wbb-kuchler.de
Web: www.wbb-kuchler.de

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