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Direktkandidat Johannes Huber mit seinen beiden unterlegenen Kontrahenten Victor Györög Chang und Tobias Teich (v. l. ).

Afd-Kandidat Johannes Huber

„Wir holen uns das Land zurück“

Die selbst ernannte „Alternative für Deutschland“ hat jetzt einen Direktkandidaten für die Bundestagswahl am 24. September. Der 30-jährige Johannes Huber aus Nandlstadt setzte sich bereits im ersten Wahlgang  gegen zwei Konkurrenten durch.

Aufham -  Der Finanzbuchhalter, gleichzeitig auch stellvertretender Kreisvorsitzender der AfD, sagte bei der Vorstellung, er kandidiere „nicht für mich“, nein, er kandidiert „für unsere Heimat, dass die wieder auf rechtsstaatliche Füße gestellt wird“.

Er wolle für den Interessensausgleich für alle, die durch die sozialen Ungerechtigkeiten im Lande zu leiden hätten, eintreten. Die AfD sei die einzige Alternative zu der Pplitik Angela Merkels, die „Millionen von Illegalen ins Land geholt“ habe. Er, Huber, und die AfD, würden aus „Liebe für unsere Heimat“ Politik machen und die „gesetzesuntreue Merkel“ mit einem Untersuchungsausschuss aus dem Amt vertreiben. Die Zeiten, in denen in der repräsentativen Demokratie ein paar Politiker über Schicksalsfragen der Nation entscheiden, müsse vorbei sei. „Wir sind für Volksentscheide auf Bundesebene.“ Ein Vorbild könne die Schweiz sein.

Dazu käme die strikte Trennung von Kirche und Staat: „Wir sind uns sicher einig, dass wir keinen Gottesstaat wollen“. Aber auch der hiesige Erzbischof, Reinhardt Kardinal Marx sollte künftig nicht mehr vom Steuerzahler alimentiert werden, so Johannes Huber. Ein Zuckerl hatte der Kandidat auch für die Landwirte. Für sie sei die AfD „die letzte Chance“, denn mit ihr würden EU-Fesseln abgestreift. Die Gesetzgebungskompetenzen müssten zurück zu den nationalen Parlamenten verlagert werden. Damit das auch tatsächlich realisiert werden kann, hat Johannes Huber keinen schmissigen Slogan entwickelt, sondern sagt schlicht und einfach: „Am 24. September holen wir uns unser Land zurück“.

Seine Aussagen brachten ihm bei der Wahl 17 von 27 Stimmen ein und damit den Sieg im ersten Wahlgang. Gerade mal eine Stimme bekam Victor Tibor Györög Chang (31), Sohn einer Peruanerin und eines Ungarn, aber seit seinem dritten Lebensjahr in Deutschland. Er stellte sich als Multitalent vor. Beschäftigt bei der Lufthansa, aber auch Chef von vier Unternehmen. Und er outete sich als Bernd-Lucke-Fan, jenem AfD-Gründer, der mit Schimpf und Schande davon gejagt worden ist. Bei seinem Lucke-Bekenntnis grummelte es im Nebenzimmer des Gasthauses Weiß in Aufham deutlich. Der dritte im Bunde, Tobias Teich (33) aus Geisenfeld, hatte sich ebenfalls die „direkte Demokratie“ mit Bürger- und Volksentscheiden auf die Fahnen geschrieben. Die Bundesrepublik findet er offenbar auch in einem schlimmen Zustand, denn die „Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit“ ist ihm ein hehres Ziel.

Und für den neuen Stern am SPD-Firmament hatte Teich nur Spott übrig „Wenn die Sonne der Demokratie am tiefsten steht, wirft auch ein kleiner Zwerg einen langen Schatten“. Dafür gab’s dann am Ende neun Stimmen. heinz mettig

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