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Große Resonanz bei der Info-Runde: Rund 150 Freisinger wollten wissen, was im Bereich an der Angerstraße West geplant ist. OB Tobias Eschenbacher (stehend) und die Architekten stellten die Planungen vor.

Info-Abend im Rathaus

Angerstraße West: Ein „Filetstück“ für 800 Neubürger

„Sie können es mitbegleiten“, versicherte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher. Und die Bürger wollen es mitbegleiten. „Es“ – das ist das jetzt anstehende Prozedere für die Neuordnung des Bereichs an der Angerstraße West.

FreisingBekanntlich soll in dem Bereich der Angerstraße, so hat es der Stadtrat bereits im Juli 2010 beschlossen, aus dem „ungeordneten Gewerbegebiet“ ein „geordnetes Wohngebiet“ werden, wie Stadtbaumeisterin Barbara Schelle das Ziel des Projekts beschrieb. Bevor demnächst der Bebauungsplan aufgestellt wird, waren am Dienstag die Bürger zur vorgezogenen Öffentlichkeitsbeteiligung in den Sitzungssaal des Rathauses eingeladen worden. Die Planung wurde vorgestellt, die Bürger konnten auf Zetteln ihre Wünsche und Bedenken vorlegen. Rund 150 waren gekommen.

Erst war OB Tobias Eschenbacher „außer Puste“, weil er zusätzliche Stühle in den Sitzungssaal schleppen musste. Dann schwelgte der Stadtchef etwas in Kindheitserinnerungen: Er sei nämlich dort aufgewachsen, wo jetzt die Büschel Unternehmensgruppe groß einsteigen und die Pläne des Wettbewerbssiegers, also von A 03 Architekten aus München und ver.de Landschaftsarchitekten aus Freising, umsetzen will.

In U-Form sind die Wohnkomplexe (in beige) geplant, die Platz für gut 800 Neubürger bieten sollen. Durch diese Bauanordnung sind die Innenhöfe vom Lärm abgeschirmt – das verspricht eine hohe Aufenthaltsqualität.

Das 7,6 Hektar große Areal, das rund einen Kilometer vom Bahnhof und zirka 1,5 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ist und durchaus als „Filetstück“ bezeichnet werden könne, so Schelle, soll durch vier- und fünfgeschoßige Bebauung künftig rund 800 Neubürgern Platz bieten. Nach dem Motto „Lärm zu Lärm“, so erläuterte Michael Wimmer von A 03 Architekten, werde die Angerstraße zur Bahnlinie hin verlegt. Die Wohnkomplexe seien in U-Form geplant, so dass vom Lärm abgeschirmte Innenhöfe mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen. Denn das sei „das erste Ziel“: den Schall „raushalten“, was auch den Bewohnern weiter im Westen zu Gute komme.

Nun soll also auf dieser Grundlage, so hat es der Planungsausschuss im Dezember 2016 beschlossen, ein Bebauungsplan aufgestellt und der Flächennutzungsplan geändert werden. „Wir wollen alles sammeln, was von Bedeutung ist“, betonte Stadtdirektor Gerhard Koch. Daher gebe es eben nicht nur zwei „Runden“, in denen der Bebauungsplan ausgelegt werde und die Bürger Anmerkungen und Einwände geltend machen könnten, sondern eben auch die Informationsveranstaltung am Dienstag. Und auch wenn die Öffentlichkeitsbeteiligung mindestens genauso wichtig sei wie die Beteiligung der Behörden, sei so eine Info-Runde wie eben am Dienstagabend „nicht selbstverständlich“.

Zu den Themen Städtebau, Freiraum, Verkehr, Hochwasser und Immissionen konnten dann die Bürger schriftlich auf Zetteln ihre Hinweise hinterlassen und auch mit den anwesenden Fachleuten und Planern diskutieren. Alle Anregungen – ob zu den Schrebergärten, zu Grünstreifen oder auch zur Höhe der Bebauung – sollen nun bei der Aufstellung des Bebauungsplans geprüft werden. Bis 17. Februar sind die Planunterlagen außerdem im Technischen Rathaus (Amtsgerichtsgasse 1) und auch online auf der Homepage der Stadt Freising einzusehen.

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