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Hinter die Kulissen des Arbeitsalltags einer Strafrichterin ließ Karin Mey die Joho-Schüler blicken.

Amtsrichterin Karin Mey zu Gast am Joho

Aufsatzschreiben kann die höchste Strafe sein

Freising - Wie sieht eigentlich der Arbeitalltag eines Richters aus? Diese Frage stellten sich die Schüler der zehnten Klassen am Josef-Hofmiller-Gymnasium – und bekamen sie prompt beantwortet: Karin Mey, Richterin für allgemeine Strafsachen am Amtsgericht Freising, ließ die hinter die Kulissen der Justiz und ihrer Anforderungen blicken.

Bereits in den ersten Minuten der Fragestunde ergriffen die Schüler die Chance, der Expertin viele ihrer vorbereiteten Fragen zu stellen – darunter auch über das Polizeiaufgabengesetz. Wann darf die Polizei Personenkontrollen durchführen, und wie weit dürfen diese gehen? Gibt es einen Unterschied zwischen Konsum und Besitz von Betäubungsmitteln? Wie relevant ist es, dass man von Polizisten belehrt wird, bevor man eine Aussage macht? Das alles erläuterte Karin Mey bis ins Detail. Die Schüler hörten interessiert zu. Ebenso herrschte gebannte Stille, als Mey die Arten der Bestrafung von Jugendlichen schilderte. Und da gab’s dann auch ungläubiges Staunen. Etwa, als die Richterin als Strafe bei gewissen Delikten das Aufsatzschreiben anführte. Der Verurteilte muss in diesem Fall seine Tat schriftlich niederlegen. „Das ist doch harmlos“, meinten die Zuhörer. Aber die Richterin meinte, dass gewisse Jugendliche lieber 20 Sozialstunden mehr ableisten würden, als einen sechsseitigen Aufsatz schreiben zu müssen. Karin Mey führte zudem klar vor Augen, mit welchen Strafen Jugendliche belegt werden können. Beim sogenannten „Warnschussarrest“ etwa werde man als Jugendlicher in den Erwachsenenvollzug gesperrt. Dort teile man dann mit Gewaltverbrechern und anderem Klientel die gleichen Räume. Diese Methode führe laut Mey dazu, dass der Großteil der so verurteilten Jugendlichen nach Ableistung dieses Arrests nie wieder strafrechtlich auffällig wird. Die Richterin erläuterte im Unterricht auch spektakuläre regionale Fälle, bei denen sie den Vorsitz hatte. Da stünden dann Themen wie Totschlag, Suizid, Ordnungswidrigkeiten, Wohnungsdurchsuchungen und gefährliche Körperverletzung auf der langen Tagesordnung. Beim Thema Körperverletzung erklärte Karin Mey den Zehntklässlern intensiv, wie weit Betroffene bei Notwehr gehen dürfen. Nur, wenn das eigene Leben bedroht und in Gefahr ist, sei es legitim, sich „standhaft und konsequent“ zu wehren, auch wenn hierbei der Täter zu Tode komme. Zum Abschluss zeigte die Juristin noch die strafrechtlichen Konsequenzen auf, wenn Volljährige Minderjährigen Alkohol kaufen, und welche juristischen Folgen es hat, wenn man betrunken im Straßenverkehr unterwegs ist

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