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„Bröckelnder Luxus“ hat Fotokünstlerin Barbara Birke diese Aufnahme betitelt, die ebenfalls im Rahmen der Ausstellung des Kunstvereins „Freisinger Mohr“ im Alten Gefängnis in Freising zu sehen ist. Noch bis Sonntag, 28. Februar, zeigen verschiedene Fotografen ihre – völlig unterschiedlichen – Beiträge zu dem Thema.

Freising Mohr

Ein Hauch von Luxus im Gefängnis

Freising - In einem Raum standen Schaumküsse, im anderen lagen Dauerbrezen und das Büfett war extra bescheiden gehalten. Spartanisch und schlicht gab man sich also am Freitag bei der Eröffnung der neuen Ausstellung im Alten Gefängnis. Das alles wäre nun nicht unbedingt eine Erwähnung wert, wäre da nicht das Motto dieser Ausstellung des Kunstvereins Freisinger Mohr: „Luxus“.

In einem Raum standen Schaumküsse, im anderen lagen Dauerbrezen und das Büfett war extra bescheiden gehalten. Spartanisch und schlicht gab man sich also am Freitag bei der Eröffnung der neuen Ausstellung im Alten Gefängnis. Das alles wäre nun nicht unbedingt eine Erwähnung wert, wäre da nicht das Motto dieser Ausstellung des Kunstvereins Freisinger Mohr: „Luxus“.

In alter Zeit eine der zehn Todsünden, ist Luxus das Thema der Werkschau von Fotografen – ein Thema, dem sich die Teilnehmer mit ihren Kameras mal ironisch und spielerisch, mal ernst und hintergründig nähern. Die Herangehensweise ist also ganz unterschiedlich. Da gibt es Schnappschüsse von Motiven, die Luxus und Dekadenz ohne Worte ausdrücken: Fotos von einer Mülltonne, aus der weggeworfene rosa Rosen herausquellen oder auch von einem Friedhof, bei dem über manche Gräber und Grabsteine zum Schutz vor Regen und Schnee ein Glashaus errichtet wurde.

Dann gibt es die Fotokünstler, die den besonderen Blick haben oder mit ihrer Linse die Aufmerksamkeit des Betrachters auf bestimmte Details lenken, ihn so zur Auseinandersetzung mit Luxus und zum Nachdenken zwingen: Kühlerfiguren von Luxuskarossen wie Rolls Royce, Bentley oder Jaguar gehören in diese Kategorie, aber auch Großaufnahmen von vielen, vielen bunten Smarties und Bonbons. Manch Fotokünstler setzt dabei die technischen Möglichkeiten dieser Kunstform mit Genuss und Können ein, bietet dem Betrachter so ganz besondere Effekte, hat auch die Bildbearbeitung am PC für sich entdeckt und stellt Software in den Dienst der Kunst.

Andere Fotografen verzichten auf solche Effekte, wollen Affekte auf ganz andere, sozusagen „natürliche“ Art erzeugen. Dann gibt es die Fotografen, denen kleine Formate wichtig sind, und solche, die mit großformatigen Werken die Ausstellung bestückt haben und so die Aufmerksamkeit des Besuchers und das Auge des Betrachters auf sich lenken wollen.

Der Vorsitzende des Kunstvereins Freisinger Mohr, Dieter Hammer, freute sich bei der Eröffnung am Freitag über den zahlreichen Besuch: „Es sind mehr Leute da als Aussteller. Das ist gut“, scherzte er. Ohne Zweifel werden auch noch viel mehr Leute ins Alte Gefängnis kommen, um die Fotoschau zum Thema „Luxus“ zu erleben. Bis zum 28. Februar sind die Werke noch zu sehen. Die Tore zum Luxus sind am Donnerstag und Freitag jeweils von 17 bis 20 Uhr und am Samstag und Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Ein Besuch lohnt sich – selbstverständlich auch ohne das bescheidene Büfett am Eröffnungstag.

Andreas Beschorner

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