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Lupenrein und präzise erfüllten die Ave-Maria-Interpretationen von Kirchenmusiker Martin Poruba und Mezzosopranistin Tanja Maria Froidl das Kirchenschiff.

Ave-Maria-Variationen in St. Georg

Im Banne des Marienlieds

Freising - Das „Ave Maria“ als roter Faden: Das berühmte Marienlied erklang am Sonntagnachmittag gleich in vielen verschiedenen Variationen. Die Freisinger Mezzosopranistin Tanja Maria Froidl und der Organist Martin Poruba hatten in die Stadtpfarrkirche St. Georg geladen.

Die Anrufung der Muttergottes hat im christlichen Glauben lange Tradition. Marianische Gesänge gibt es bereits seit dem 16. Jahrhundert. „Sancta Maria succere miseris iuva pusilanies“: Lodavico Viadana hat dieses Solostück geschrieben, als er Kapellmeister in Mantua war. 

Und kaum kamen die ersten Worte über die Lippen von Tanja Maria Froidl, so war es mucksmäuschenstill im voll besetzten Kirchenschiff. Franz Schuberts Kunstlied „Ave Maria, Jungfrau mild, erhöre mein Flehen“ folgte. Aus mehreren Epochen der Musikgeschichte erklangen im Anschluss die Versionen von Francesco Paolo Tosti (1846-1916), Max Reger (1873-1916), Georges Bizet (1838-1875), Camille Saint-Saens (1835-1921) und Guiseppe Verdi (1813-1901). Erstaunlich war es, wie lupenrein und präzise die Stücke intoniert wurden, wo doch das Kirchenschiff von St. Georg nicht unbedingt ideale akustischen Voraussetzungen bot. Doch Tanja Maria Froidls Stimme nahm diese Hürde mit Bravour. Als sie zum Höhepunkt des rund 45-minütigen Konzerts ansetzte, waren die Zuhörer ganz im Bann der Melodien.

Das wohl bekannteste Ave Maria, dem eine Melodie von Johann Sebastian Bach zugrunde liegt, und das später von Charles Gounod vervollständigt wurde, erfüllte das Kirchenschiff dann von der Empore aus, wo die Sängerin neben der Orgel ihren Platz eingenommen hatte. Der nicht mehr enden wollende Applaus war gerechtes Lob für die beiden Künstler. Denn mutig war es allemal, ein solches Neuland für ein Konzert zu betreten, dessen Wurzeln im Jahr 2015 gründen. 

Als Froidl und Poruba dann gemeinsam den Gottesdienst an Mariä Himmelfahrt in der Stadtpfarrkirche gestaltet hatten, sei die Idee entstanden, erzählt die Solistin. Und dass die Umsetzung der Idee goldrichtig war, das haben die Freisinger der Sängerin und dem Organisten mit ihrem überaus zahlreichen Erscheinen bewiesen.

Maria Martin

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