Rossmann

Population wächst stetig

Der Biber fühlt sich pudelwohl

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Freising: Detaillierte Zahlen zum Biber-Vorkommen im Landkreis Freising bekamen die Mitglieder des Planungsausschusses aufgetischt. Das Thema Kataster kam allerdings noch nicht aufs Tapet.

600 bis 800 Biber in 120 bis 140 Revieren dürfte es derzeit im Landkreis Freising geben. Nahezu alle Gewässer im Landkreis sind inzwischen von dem Nager besiedelt. Und im Jahr 2015 gab es 25 „Zugriffe“ – nichts anderes als eine Umschreibung für Abschüsse. Diese und andere Zahlen legte am Donnerstag Klaus Tschampel von der Unteren Naturschutzbehörde den Kreisräten im Planungsausschuss vor. Benno Zierer (FW) war das nicht genug. Doch sein Antrag auf Erstellung eines Biber-Katasters für den Landkreis (wir haben berichtet) wurde zunächst vertagt. 

Bei der nächsten „Biberrunde“ am 20. April mit allen Beteiligten soll sein Antrag besprochen werden. Menschliche Siedlungen seien schon lange kein Hindernis für den Biber mehr, berichtete Tschampel. Dass die Population beständig anwachse, liege vor allem auch an dem reichhaltigen Nahrungsangebot: Der seit 20 Jahren verstärkte Maisanbau biete für den Nager beste Voraussetzungen. Diese Aussage freute Anton Neumaier (SPD), weil dadurch klar werde, dass die Landwirte zum Teil auch selber Schuld daran wären, dass sich der Biber so schnell vermehre.

 „Herr und Frau Biber“, so Neumaier, wären ja schön blöd, würden sie das Nahrungsangebot nicht nutzen. Das Problem, weshalb der Biberbericht alle Jahre wieder so interessant ist und weshalb Landrat Josef Hauner schon 2015 eine erste „Biberrunde“ abgehalten hat: Der Biber richtet Schäden an. Im Jahr 2015 wurden 36 solcher Fälle mit einer gemeldeten Schadenssumme von 17 530 Euro angezeigt, so Tschampel. Die Geschädigten dürfen auf 80 Prozent Erstattung aus dem Biberfonds der Staatsregierung hoffen. In den Jahren zuvor waren zwischen 18 und 26 Schadensfälle mit einer Schadenssumme zwischen 8150 und 17 230 Euro gemeldet worden. Und auch zu den „Zugriffen“, also den genehmigten Abschüssen, hatte Tschampel alte und aktuelle Zahlen mitgebracht: Waren es zwischen 2010 und 2013 jeweils neun bis 15 Zugriffe, so ist 2014 und 2015 diese Zahl auf jeweils 25 gestiegen. Doch Abschüsse, so stellte Tschampel klar, seien keine nachhaltige Lösung des Biberproblems. Grund: Wenn eine Biberfamilie abgeschossen sei, dann komme sofort die nächste. Denn „die finden ja sonst keine Wohnung“. 

Anton Frankl (FSM) beurteilte die Situation so: Derzeit gebe es einfach zu viele Biber im Landkreis. Die Schäden seien angesichts einer hohen Dunkelziffer sicherlich höher als gemeldet. Zierer betonte, dass er mit seinem Antrag die Diskussionen auf eine „sachliche Basis“ stellen wolle. Landrat Hauner reagierte allerdings eher ablehnend: Viel von dem, was Zierer für einen Kataster fordere, liege ja schon vor, wie Tschampels Bericht beweise. Doch Zierer ließ nicht locker: Auch wenn sein Antrag in der „Biberrunde“ am 20. April besprochen werde, er müsse auch von Kreisräten behandelt werden.

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