BR streicht Volksmusik auf Bayern 1

„Das ist ewig schade“

  • schließen
  • Anton Hirschfeld
    Anton Hirschfeld
    schließen

Freising - Bayern 1 nimmt die Volksmusik aus dem Programm – und der Aufschrei ist groß. Petitionen im Internet, Beschwerdeschreiben – nichts bringt den BR von seinem Plan ab. Im Landkreis hat für diese Entscheidung niemand Verständnis.

Täglich zwischen 19 und 20 Uhr sendet Bayern 1 Volksmusik. Eine Stunde für alle Liebhaber von traditionellen, bayerischen Klängen. Sonntag, von 11 bis 12 Uhr, liefert der Sender Blasmusik. Bisher. Nach Pfingsten ist das Geschichte. Dann gibt es Volksmusik nur noch digital über BR Heimat – 24 Stunden lang. „Das ist ewig schade“, sagt Helmut Schranner (51), Chef der Holledauer Musikanten. „Die feine Mischung“ wird ihm fehlen – „kein Mensch hört 24 Stunden lang die selbe Musik“. Der Bayerische Rundfunk, sagt Schranner, wird den Hörern damit nicht mehr gerecht. „Am Sonntag hat man einfach gewusst, jetzt kommt Blasmusik.“ 

Viele haben nur darauf gewartet – und jetzt soll das gestrichen werden? Da nimmt Schranner den BR als öffentlich-rechtliche Anstalt in die Pflicht: „Die, die das Programm gestalten, sollten schon auch das an Musik bringen, was die Leute hören wollen.“ Wenn sie das nur noch digital machen, schließt man schon vorher viele aus. Wenn sie das Programm behalten würden, „bricht dem BR doch kein Zacken aus der Krone“. Genauso sieht es Michael Eberwein (52) von den Dellnhauser Musikanten. „Es gibt viel zu viele Menschen, die keine Möglichkeit haben, digital zu hören.“ Das Digitalradio sei die Zukunft, „aber erklären’s das mal den älteren Leuten“. Der Sender sei dazu verpflichtet, der Volksmusik einen entsprechenden Rahmen zu geben. Das bestehende Programm komplett zu streichen, sei ein großer Fehler. Und er stellt sich die Frage: „Warum muss der Bayerische Rundfunk bayerische Volksmusik rausnehmen?“ 

„Das ist mehr als schade“, ärgert sich Ludwig Kropp (71) aus Freising. Der bekannte Lerchenfelder schaltet seit knapp 50 Jahren BR 1 ein. Den Sender habe er schon während seiner Ausbildung gehört. Er erinnert sich mit Wehmut an die vielen weiß-blauen Hörspiele, die mit hochkarätiger Besetzung gestartet wurden: „Das war damals Standard.“ Und jetzt soll auch noch die Volksmusik zwischen 19 und 20 Uhr dem digitalen BR-Heimat geopfert werden. Für Kropp steht fest: „Ich lass’ mich nicht zum Kauf eines Digitalradios zwingen. Wenn’s anders nicht geht, dann such ich mir einen anderen Sender.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ärger über erzbischöfliche „Spekulation“
Für Familien benötigte Parzellen „Am Pfarranger“ hinter dem Pfarrheim sollen meistbietend versteigert werden. Das bringt Kirchenpfleger Hans Seibold in Rage.
Ärger über erzbischöfliche „Spekulation“
Entwarnung: Baden am Aquapark wieder bedenkenlos möglich
Gute Nachricht für Badefreunde im nördlichen Landkreis: Nach dem Feuerwehreinsatz am Dienstag haben die Behörden das Wasser des Aquaparks wieder freigegeben.
Entwarnung: Baden am Aquapark wieder bedenkenlos möglich
Windkraft: FDP bekommt bei Podiumsdiskussion in Nandlstadt starken Gegenwind
Nandlstadt - „Windkraft – Fluch oder Segen für die Hallertau?“, fragte man bei einer FDP-Veranstaltung. Geht man nach der Resonanz am Mittwoch, ist die Antwort der …
Windkraft: FDP bekommt bei Podiumsdiskussion in Nandlstadt starken Gegenwind
Der wilde Bär geht in Ruhestand
Freising bekommt ein neues Stadtwappen. Doch im Stadtrat herrschte alles andere als Einigkeit über das Signet, das nach Ansicht einzelner Räte nun ein „Kinderhopperlbär“ …
Der wilde Bär geht in Ruhestand

Kommentare