Kamera läuft! TV-Moderator Christopher Griebel (l.) von münchen.tv interviewte in launiger Wirtshausrunde Alt-OB Dieter Thalhammer (r.), Heimatforscher Ernst Keller und Co. – gesendet wird am kommenden Donnerstag. Foto: Wilms

Fernsehbeitrag über Ernst Kellers Film

Freising - Die Aufarbeitung der Historie wird zur Erfolgsgeschichte: Der Film „Als der Luftkrieg in unsere Heimat kam“ des Fürholzer Heimatforschers Ernst Keller (69) und seines Teams zieht immer weitere Kreise - und ist nächste Woche sogar Thema bei münchen.tv.

Die zweistündige Dokumentation über das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren sorgt für volle Säle - von der Premiere im Asamtheater bis zu ausverkauften Vorstellungen im Neufahrner Cineplex. Dort ist der Film der bestbesuchte des ganzen Kinoprogramms. Bei der Vorführung in der Freisinger Christi-Himmelfahrtskirche mit 350 Zuschauern mussten etliche Interessenten abgewiesen werden. Viele weitere Aufführungen werden folgen - unter anderem eine zweite in der evangelischen Kirche im Herbst. Neben dem Publikum zollen auch Historiker, Politiker und Pädagogen diesem authentischen und aufklärerischen Ergebnis ehrenamtlicher Heimatforschung große Anerkennung. Zunehmend zeigen, wie Ernst Keller berichtet, Schulen Interesse daran, die Doku im Geschichtsunterricht zu behandeln.

Ein kurzer Film über den Film wird in der Sendereihe „Stammtisch“ bei münchen.tv ausgestrahlt - und zwar erstmals am Donnerstag, 14. April, am prominenten Sendeplatz um 20.15 Uhr. In der Folge wird er zehn Mal wiederholt. Die Aufnahmen und Interviews mit dem bekannten Moderator Christopher Griebel - übrigens ein gebürtiger Fürholzer - fanden kürzlich im Weihenstephaner Bräustüberl unter erschwerten Bedingungen statt, waren doch alle Säle und Stuben, auch wegen des gleichzeitig stattfindenden Starkbierfests, bis auf den letzten Platz belegt. Am Tisch saßen neben Griebel Heimatforscher Ernst Keller, Landrat Josef Hauner, Alt-OB Dieter Thalhammer in seiner Funktion als Kreisvorsitzender des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Otto Radlmeier und Georg Brandner, stellvertretende Vorsitzende des Kreiskrieger- und Soldatenverbands Freising, Stadthistoriker Florian Notter, Zeitzeuge Kurt Wenger und Kameramann Wilfried Winklmeier.

Zunächst stellte Griebel die illustre achtköpfige Männerrunde vor und bezeichnete den 69-jährigen Keller und sein Team als erfolgreiche „Jungfilmer“. Wie man dazu komme, Heimatforscher zu werden, will Griebel vom ehemaligen Finanzbeamten Keller wissen. Seine spontane, nicht ganz ernst gemeinte Antwort: „Auch beim Finanzamt haben wir recherchieren müssen.“ Ob man denn mit so einem Erfolg habe rechnen können, lautet die erste Frage an Radlmeier. „Mit solchen Dimensionen nicht. Wir sind im höchsten Maße begeistert“, so sein O-Ton fürs Mikro.

Diese Begeisterung gilt, wie dann Notter ausführt, auch für Historiker. Da sei Kellers Arbeit „unheimlich wertvoll“ wegen der rund 70 mündlichen Quellen. Zu den befragten Zeitzeugen gehört auch der 87-jährige Kurt Wenger, der den grausamen Bombenangriff als 15-jähriger Mechanikerlehrling er- und überlebt hat - ein traumatisches Erlebnis: Als er nach dem Bombardement an der zerstörten evangelischen Kirche vorging, habe er zunächst gemeint, davor liege das Kruzifix vom Altar. Doch dann musste er erkennen, dass es sich um ein zerfetztes Opfer handelte. Für Landrat Hauner ist die wichtigste Erkenntnis des Films, dass Frieden, gerade auch heute, nichts Selbstverständliches ist. Der Film hat was „bewegt“, ist sich Alt-OB Thalhammer sicher: Er leiste Aufklärung und rüttle auf. Dies tut er mittlerweile sogar in den USA in Salt Lake City. Dorthin hat Wenger eine DVD an einen ehemaligen Freisinger Schulkameraden geschickt. Und wenn der Film, künftig auch den Geschichtsunterricht in den Schulen veranschaulicht und unterstützt, „ist viel gewonnen“, so Radlmeiers Schlusswort.

Ulrike Wilms

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