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Ab in die Freiheit: Für die Abiturienten des Camerloher-Gymnasiums, die am Freitag ihre Zeugnisse in Empfang nehmen durften, beginnt ein neuer spannender Lebensabschnitt.

Festakt am Gymnasium

Freude, Freiheit, Wehmut - So war die Abiturfeier am Camerloher

Freising - Die Freude auf die gewonnene Freiheit, aber auch eine gehörige Portion Wehmut schwangen bei der Abiturfeier am Camerloher-Gymnasium mit. Und zwar von beiden Seiten. Von Schülern und Lehrern. Man tat sich sichtlich schwer mit dem Loslassen.

Es war viel von Abheben die Rede, in der Aula des Camerloher-Gymnasiums. Schließlich lautete das Motto der Absolvia 2016 „Ab in die Freiheit“. Als Symbol diente ein Ballon. Auf dem Programm und als Miniatur. Ein von Sekretärinnen im Direktorat gebasteltes Exemplar hing gar am Rednerpult, um der Intension des Festaktes Ausdruck zu verleihen. 

Da passte der leicht umgeschriebene Text zu Nenas Welthit „99 Luftballons“ gut dazu. Von hundert Glücklichen handelte der Text, von Schülern, die es geschafft haben und nun hinausziehen in die Freiheit. 

Mindestens genauso gut traf aber ein Song die Stimmung unter den Anwesenden, der genau das Gegenteil vermittelte: Nämlich, dass es schade ist, dass die Zeit am Camerloher nun vorbei ist. „Bleib wie Du bist“, lautete die Botschaft von Marianne Pandler, Selma Steinmetzer und Daniel Bartmann, die ein Loblied auf ihre Schule und auf das anstimmten, was sie dort lernen und kennenlernen durften. 

Es gab begeisterten Beifall dafür. Genauso, wie für die, wenn auch ein wenig verkappte, Liebeserklärung der beiden Lehrkräfte Manuela Dorant und Martin Wildgruber. Die ließen den Werdegang des Jahrganges Revue passieren. Schließlich kamen sie zu der Erkenntnis, dass der „eigentlich ganz nett“ war. „Nett“ im Sinne von „liebenswürdig“ und mitnichten, wie böse Zungen behaupten, dass „nett nur die kleine Schwester von Scheiße ist“, wie Wildgruber mit Verlaub anmerkte. 

Die Offiziellen, allen voran Landrat Josef Hauner und die Vertreterin der Stadt Freising, Bürgermeisterin Eva Bönig, hoben die Tatsache hervor, dass die Absolvia im Bezug auf das Asylbewerberheim in ihrer direkten Nachbarschaft großes Verständnis und Engagement aufgebracht habe. „Sie haben sich vorbildlich verhalten“, betonte Hauner. Und Bönig sprach von „Reife“ und davon, dass die Flüchtlinge gekommen seien, weil es in ihrem Land die Freiheit, die die Absolvia jetzt habe, eben nicht gebe. 

Schulleiterin Andrea Bliese würdigte die Leistungen des Jahrgangs: Demnach waren eine ganze Reihe von Einer-Abiturienten darunter. Fast alle hätten das Abitur geschafft – die Quote von 97 Prozent könne sich sehen lassen. Auch Bliese bedauerte, dass die Zeit mit diesem Jahrgang jetzt zu Ende geht.

Alexander Fischer

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