Start frei für den Tauschring Freising

„Es ist wie früher auf dem Dorf“

Freising - Er hat es sich zum Ziel gesetzt, das soziale Miteinander zu fördern und die Abhängigkeit vom Geld zu verringern: der Tauschring Freising. Die Mitglieder wollen aktive Nachbarschaftshilfe „wie früher auf dem Dorf“ entstehen lassen.

Im Jahr 2009 ließen Helga Pahlke, Dorina Schlupper und Lutz Jaitner etwas aufleben, was es zwar schon einmal in Freising gegeben hatte, jedoch eingeschlafen war: der Tausch von Dienstleistungen und Gegenständen. Gezahlt wird mit der Verrechnungseinheit Crossy, wobei jeder Teilnehmer sein eigenes Tauschkonto mit einem Startguthaben von 200 Crossy erhält. 

Die Buchführung der Tauschkonten für die bisher 55 Teilnehmer erfolgt mit Hilfe von „Obelio“, das ein Inserats-, Abrechnungs- und Informationsdienst für Tauschringe ist. Stellt ein Teilnehmer einem anderen seine Dienstleistung in dem Online-Katalog zur Verfügung, wird er im Anschluss von seinem Auftraggeber mit einem Crossy pro fünf Minuten Arbeitszeit vergütet. Geht es um einen Sachtausch, entspricht ein Crossy etwa einem Euro. „Rufe ich einen normalen Handwerker, muss ich ihm einen Stundenlohn zahlen, für den ich wiederum drei Stunden arbeiten muss“, erklärt Lutz Jaitner. 

Indem beim Tauschring alle Leistungen gleich vergütet werden, soll dieses Ungleichgewicht vermieden werden. Wenn beim Erbringen von Dienstleistungen zum Beispiel Benzin- oder Portokosten entstehen, werden diese selbstverständlich vom Leistungsempfänger in Euro erstattet. Wichtig ist: Das Konto kann nicht überzogen werden. Hat man einen Kontostand von null Crossy erreicht, muss man selbst Leistungen erbringen. „Grund dafür ist, dass es nicht immer nur welche geben kann, die nehmen und welche, die geben, sondern eine aktive Nachbarschaftshilfe geschaffen wird“, sagt Jaitner. Und weiter: „Es ist wie früher auf dem Dorf, wo man sich gegenseitig unterstützt und vertraut hat.“ Jeder, dessen Arbeit auf dem regulären Markt nicht wertgeschätzt wird, bekommt nicht nur das Gefühl, gebraucht zu werden, sondern wird für seine Leistung angemessen entlohnt, sei es eine Runde mit dem Hund eines anderen zu drehen, oder dessen Küchenzeile zu reparieren. 

Demnach sind alle Altersstufen ab 16 Jahren willkommen. Die regelmäßigen Treffen sollen die Gemeinschaft fördern und lebendig gestalten. Die Organisation arbeitet ohne Gewinnerzielung. Es gibt allerdings eine Teilnahmegebühr von zehn Euro pro Jahr, die für laufende Kosten wie Druckkosten verwendet wird. 

Victoria Stettner

Gut zu wissen

 Infos zu den Treffen, der Teilnahme und Anmeldung beim Tauschring Freising gibt es unter www.tauschring-freising.de. Kontakt: info@tauschring-freising.de.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Feuer und Klang“ in Priel: FFW will Party auch ohne Radiosender stemmen
Die „Feuer und Klang“ Party aus 2016 spornt die Feuerwehr an: Die Kameraden wollen heuer wieder eine legendäre Feier schmeißen - diesmal komplett aus eigener Kraft.
„Feuer und Klang“ in Priel: FFW will Party auch ohne Radiosender stemmen
Azubi (19) wegen Körperverletzung auf der Anklagebank 
Einen kräftigen Schlag ins Gesicht hat ein Azubi dem Türsteher einer Diskothek im Gemeindegebiet Wolfersdorf verpasst. Wegen Körperverletzung musste er sich nun vor dem …
Azubi (19) wegen Körperverletzung auf der Anklagebank 
Der Prinzregent gibt sich die Ehre
Prinzregent Luitpold gab unlängst der Laienbühne Freising im Schloss Fürstenried, dem Exerzitienhaus der Erzdiözese München und Freising, eine Audienz. Des Rätsels …
Der Prinzregent gibt sich die Ehre
Qualifizierten Kräften stehen alle Türen offen
Einen erfolgreichen Jahrgang schickten die Münchner Meisterschulen am Ostbahnhof hinaus ins Wirtschaftsleben. 301 junge Frauen und Männer bestanden die Meisterprüfung – …
Qualifizierten Kräften stehen alle Türen offen

Kommentare