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An diesem Sextett findet man nur gute Saiten: Die Kirchleitn Saitenmusi strahlte rein und klar in den Asamsaal.

Der Asamsaal war wieder ausverkauft

FT-Adventsingen: Die Kraft unverfälschter Volksmusik

Freising - Im vertrauten Ambiente des Asamsaals gab es am Sonntag wieder das Alpenländische Adventsingen des Freisinger Tagblatts. Bekannte Sänger und Musikanten aus dem Oberland sorgten für eine besinnliche Stimmung und führten die zahlreichen Zuhörer für eineinhalb Stunden heraus aus dem hektischen Alltag.

Maria Hohlneicher-Kämmerling hatte wieder Gruppen nach Freising geholt, die allesamt schon ein- oder mehrmals hier gastiert hatten, denen man aber immer gerne zuhört. Mit Siegi Götze wurde wieder ein vom Rundfunk bekannter Sprecher gewonnen, dessen verbindende Worte unaufdringlich zum Nachdenken anregten. Redaktionsleiter Helmut Hobmaier hatte die Zuhörer „wieder im Asamsaal unter einer bröselfreien Decke“ begrüßt und auf den Benefizcharakter des Adventsingens hingewiesen. Das Wort Advent bekomme in diesen Monaten doch ein besonderes Gewicht, bedeute es doch Ankunft. Im Landkreis Freising seien in diesem Jahr bisher rund 2000 Flüchtlinge angekommen, sagte Hobmaier, „und es werden noch mehr verzweifelte Menschen hier ankommen und versuchen, eine neue Heimat zu finden“. Er dankte den Besuchern, die mit ihrem Eintrittsgeld der Tagblatt-Aktion „Menschen in Not“ einen Beitrag zukommen ließen, damit Menschen im Landkreis geholfen werden kann. Für die hektische Phase der Vorweihnachtszeit hatte der Redaktionsleiter noch einen Hinweis, frei nach Karl Valentin: „Nach der staaden Zeit wird‘s auch wieder ruhiger“. 

Alle Bilder vom Alpenländischen Adventsingen

Adventsingen des Tagblatts: Die Kraft unverfälschter Volksmusik

Adventsingen gibt es ja gefühlt schon eine Ewigkeit, aber da klärte Siegi Götze auf. Was wie ein uralter Brauch daherkommt, gibt es tatsächlich erst seit 70 Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg organisierte der Kiem Pauli 1946 in der von Bomben zerstörten Münchner Residenz das erste „Weihnachtssingen“. 

Mit großem und kleinem Blech begannen die Laubensteiner Bläser (Peter Reiter aus Bad Ischl an der Tuba, Erich Gawlik aus Aschau, Basstrompete, sowie Andreas Hilger aus Rottau und Andreas Wörndl, beide Flügelhorn) das Adventsingen mit einer Intrade (Eröffnungsstück). Mit einem Psalm und dem Choral „Königin voll Herrlichkeit“, mit „Almfrieden“ und einer Dankesweis‘ ließen die vier Bläser hören, wie schön Blechblasinstrumente klingen können – wenn man sie beherrscht. 

Nicht nur gesanglich ist der Lindmair Dreigesang eine bemerkenswerte Formation. Bereits seit 1991 singen Mutter Marlene Lindmair und die Töchter Constanze Wegmann und Simone Kiesenhofer zusammen. Die drei feschen Frauen – eine Bereicherung für jede Bühne – ließen die Marien- und Hirtenlieder mit ihren glockenreinen Stimmen zu einem echten Ohrenschmaus werden. 

Aus dem gesamten Chiemgau haben sich Renate Ganslmeier (Hackbrett), Rudi Ritter (Zither), Birgit Krug (Harfe), Margit Berger (Melodiegitarre), Barthi Hollinger (Begleitgitarre) und Stefan Huber (Kontrabass) zur Kirchleitn Saitenmusi zusammengefunden. Ihre Boarischen, Walzer, Menuette und Landler strahlten enorme musikalische Reinheit aus – mehr geht fast nicht. Maria Holzer (Zither) und Heiner Oberholzer (Gitarre) begleiteten den Haushamer Bergwachtgsang. Vier Männer, Anderl und Andreas Leidgschwendtner (Vater und Sohn), Sepp Grundbacher und Martin Riedl, ließen „Posaunen erschallen“, sangen den Engelsgruß an Maria oder erzählen davon, wie die Hirten die Geburt Christi im Stall erlebten. 

Höhepunkt jedes Adventsingens ist der gemeinsam gesungene Andachtsjodler, den der Lindmair Dreigesang anstimmte, in den die Mitwirkenden auf der Bühne einstimmten und dem das Mitsingen des ganzen Saals eine Kraft gab, der man sich nicht entziehen konnte. Der langanhaltende Beifall für die Darbietungen im Asamsaal zeigte, dass auch das diesjährige Adventsingen die Stimmung der Besucher voll getroffen hat.

Heinz Mettig

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