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Prokofjews Werk war Georg Straßmanns Metier.

Lehrerkonzert der Musikschule

Gefühl und Können in klangvoller Symbiose

Freising -  Kollegen, Eltern und Freunde waren begeistert: Beim Lehrerkonzert im Pavillon der Musikschule bekamen sie ein hochkarätiges Programm geboten.

Mit Präzision begeisterten Darinka Pejakovic (Violine), Astrid Hedler-Gromes (mit ihrem Assistenten am Flügel) und Julia Fedulafew (Violoncello) die Zuhörer.

Musikschulleiter Martin Keeser bezeichnete bei der Begrüßung die Lehrer der städtischen Einrichtung als „den Motor, der die Schule immer mit Kraft und Engagement voranbringt“. Julia Fedulajewa (Klavier), Darinka Pejakovic (Violine), Astrid Hedler-Gromes (Violoncello), Mikhail Antropov (Gitarre) und Georg Straßmann (Violine) spielten Werke aus dem Barock, der Romantik und aus der Moderne – und immer war es ein Ohrenschmaus an diesem Samstagabend, an dem zu Hause zeitgleich nebulöse, vor allem aber eher seichte Tralala-Musik über die Mattscheibe flimmerte. Mit der Sonate für Violine und Klavier D-dur, opus 94 interpretierten Julia Fedulajewa und Georg Straßmann die unverwechselbare Identität Sergej Prokofjews. Dessen Werke haben sich bekanntlich über Jahrzehnte wenig verändert und die Sonate op. 94 überzeugt vor allem durch ihre wundervollen Melodien.

Prokofjews Werk war Georg Straßmanns Metier.

Fedulajewa und Straßmann zeigten bei diesem technisch überaus anspruchsvollen Werk, mit welcher Präzision sie die Sonate spielten – dabei war dieses Prokofjew-Werk ursprünglich für Klavier und Flöte geschrieben worden. Obwohl mitten im Zweiten Weltkrieg geschrieben, lässt der russische Komponist in seiner lichten Daseinsfreude nichts spüren von den Schatten des Krieges – und dieses Gefühl kam im Pavillon wunderbar herüber. Den Unterschied zwischen Gitarre spielen und virtuosem Gitarrenspiel machte Mikhail Antropov mit seinem Vortag deutlich. „Cadiz“ von Isaak Albeniz ist ein patriotisches, hell klingendes Stück, das in der Interpretation von Mikhail Antropov einfach sensationell klang. Astor Piazzollas „Verano Portena“ war die zweite Solonummer des Musikschullehrers – und nicht weniger begeisternd. Robert Schumanns Klaviertrio in d-moll (op. 63), gespielt von Darinka Pejakovic, Astrid Hedler-Gomes und wieder Julia Fedulajewa, zählt ja seit jeher zu den kammermusikalischen Perlen.

Schumann schenkte diese Komposition seiner Frau Klara zu deren 28. Geburtstag und sie empfand es „jugendfrisch und kräftig“. Das empfanden auch die Zuhörer so, denn der langanhaltende Applaus zeigte den Musikerinnen, dass sie hier zum einen perfekt gespielt und zum anderen den Geschmack getroffen hatten. Es gab dann zum Ende hin noch einmal Mikhail Antropov im Wechsel mit Astrid Hedler-Gromes und Darinka Pejakovic mit Kompositionen von Enrique Granados, Astor Piazzolla und Vittorio Monti. Der Czardas von Monti war schließlich das i-Tüpfelchen auf dem Konzert zum Samstagabend. Und wie sagte ein Besucher auf dem Nachhauseweg: „Wenn du bei solchen Musiklehrern deine Kinder unterrichten lässt, hast nichts verkehrt gemacht.

Heinz Mettig“

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