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Die gebürtige Freisingerin Kerstin Schnapp (40) soll bei der Bundestagswahl für die Grünen die Kastanien aus dem Feuer holen – hier mit den beiden Grünen-Kreischefs Reinhard von Wittken und Waltraud Heinlein-Zischgl (v. r. ). 

Grünen-Kandidatin Kerstin Schnapp

Wahlkampf-Auftakt in der alten Heimat

Sie kommt aus dem Landkreis Pfaffenhofen, ist dort Kreisvorsitzende, und sie wurde in Reichertshausen gekürt. Es wurde also Zeit, dass sich Kerstin Schnapp (40), die Bundestagskandidatin der Grünen im Wahlkreis 214, auch einmal in ihrer Geburtsstadt Freising vorstellt. Die Kreisversammlung der Grünen am Montag im Etcetera war diese Gelegenheit.

Freising – Schnapp, die nach dem Wechsel der ursprünglichen Bundestagskandidatin Birgit Mooser-Niefanger von den Grünen zur FSM nun also die Kastanien aus dem Feuer holen soll, formulierte im „Interview“ mit dem Freisinger Kreisvorsitzenden Reinhard von Wittken ihr politisches Programm. Dazu gehört selbstverständlich die grüne Kernkompetenz: Umweltschutz. Die dritte Startbahn wäre „eine Katastrophe“, sagte Schnapp. Wäre sie Bundestagsabgeordnete, dann würde sie nicht nur auf lokaler Ebene gegen eine Zunahme des Flugverkehrs kämpfen, sondern auch – so wie grüne Politik eben sei – auf höherer Ebene: „Warum wird Kerosin nicht anständig besteuert?“, fragte sie. Das sei „Lobbyförderung – und keiner weiß eigentlich warum“. Und das unterscheide sie von Amtsinhaber Erich Irlstorfer (CSU): Der sei zwar vor Ort gegen die Startbahn, aber in Berlin höre man da nichts von ihm. Und genau in solchen Punkten offenbare sich auch die Stärke der Politik von Bündnis 90/Die Grünen: „Unsere Politik ist von ganz unten bis oben weitestgehend gleich.“

Weitere politische Ansichten Schnapps: Wirtschaft dürfer nicht immer und ausschließlich gewinnorientiert sein, nicht immer nur dem Wachstum huldigen. Und deshalb müsse Wirtschaftspolitik auch andere Komponenten – zum Beispiel die soziale und ökologische – durch Anreize fördern. Und noch eine Kritik: „Wir sind in Deutschland nicht wirklich gründerfreundlich.“ Das will Kerstin Schnapp ändern. Und auch soziale Themen wie die Wohnungsnot hat sich Schnapp auf die Fahnen geschrieben. Hier dürfe man die Kommunen nicht allein lassen.

Ob die Bundestagswahl 2017 eine Richtungswahl sei? Was die CSU mache, indem sie AfD-Wähler einzufangen versuche, halte sie für „höllenfährlich“, SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gefalle ihr „unheimlich gut“, weil er wieder soziale Themen aufgreife.

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