IHK-Chef Otto Heinz mahnt trotz steigender Ausbildungszahlen

„Es ist höchste Zeit zu handeln“

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Im Landkreis absolvieren wieder mehr Jugendliche eine Ausbildung als die Jahre zuvor: Insgesamt stellten die Betriebe im vergangenen Jahr 718 Auszubildende neu ein, 1,8 Prozent mehr als im Jahr 2014. Damit koppelt sich der Landkreis deutlich vom oberbayerischen Trend (Minus 0,3 Prozent) ab.

„Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist ungebrochen. Doch es wird auch für die Betriebe im Landkreis immer schwieriger geeignete und genügend Azubis zu rekrutieren“, kommentiert Otto Heinz, der Vorsitzende des IHK-Gremiums Erding-Freising, die Ausbildungsstatistik 2015 der Industrie- und handelskammer (IHK) für München und Oberbayern. Verstärkt ausgebildet wird im Landkreis Freising in den kaufmännischen Berufen (plus 8,4 Prozent).

 Hier konnten insbesondere der Einzelhandel (2015: 131 Neu-Verträge, Vorjahr: 99) und die sonstigen kaufmännischen Berufe (139, Vorjahr: 105) zulegen. Rückläufig sind dagegen die Neu-Verträge im gewerblich-technischen Bereich (minus 6,7 Prozent), allen voran in der Metalltechnik (60 Neu-Verträge, Vorjahr: 68). „Trotz dieser insgesamt erfreulichen Bilanz ist es höchste Zeit zu handeln. Ansonsten läuft uns langfristig der Fachkräftemangel aus dem Ruder“, mahnt Heinz: „Die duale Ausbildung muss wieder als attraktive und echte Alternative zum Studium wahrgenommen werden“, fordert der Gremiumsvorsitzende. Außerdem müsse die rasche Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt weiter vorangetrieben werden, so der IHK-Gremiumsvorsitzende. „Das von den bayerischen Kammern entwickelte „3+2 Modell“ hat letztendlich bewirkt, dass Asylbewerber, die eine Lehre aufnehmen, nicht nur für die Dauer ihrer dreijährigen Ausbildungszeit ein Bleiberecht haben, sondern darüber hinaus auch in den folgenden zwei Jahren nicht abgeschoben werden dürfen“, sagt Heinz. Derzeit lernen im Landkreis Freising 189 ausländische Jugendliche einen Ausbildungsberuf bei Industrie-, Handels- oder Dienstleistungsunternehmen.

 Ihr Anteil an den insgesamt 1849 Auszubildenden in IHK-Berufen liegt momentan bei 10,2 Prozent. In drei Berufsintegrationsklassen werden außerdem mehr als 50 jugendliche Asylbewerber auf das Berufsleben vorbereitet. Damit die Integration in den Arbeitsmarkt weiter Fahrt aufnimmt, wird die Wirtschaft selbst in Vorleistung gehen: Dazu stellen die bayerischen IHK acht Millionen Euro für berufs- und ausbildungsbegleitende Sprachförderung, den Aufbau von Unterstützungsstrukturen oder die spezifische Fortbildung von Ausbildern für Flüchtlinge zur Verfügung. Dazu hat die IHK einen ersten Leitfaden mit allen wichtigen Informationen rund um die Themen Ausbildung und Beschäftigung von Asylbewerbern zusammengestellt – abrufbar unter www.muenchen.ihk.de/fluechtlinge. „All diese Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel werden aber erst langfristig greifen“, betont Heinz.

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