Kolpingchefin Elisabeth Maier zum drohenden Rentabel-aus

Jetzt sind die Kommunen in der Pflicht

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Freising - „Die Kommunen müssen jetzt zeigen, was ihnen das Beschäftigungsprojekt Rentabel wert ist.“ Dies fordert Elisabeth Maier, die Vorsitzende der Kolpingsfamilie Freising, angesichts der drohenden Schließung des Gebrauchtwarenkaufhauses in Lerchenfeld. Nur nach der Kirche als Retter zu rufen, sei„zu kurz gesprungen“.

Die Freisinger Kolping-Chefin Elisabeth Maier sieht ganz eindeutig die Gemeinden in der Pflicht, wenn es darum geht, das Beschäftigungs-Projekt „Gebrauchtwarenkaufhaus“ doch noch vor der Schließung zu retten. Denn, so kommentiert sie: „Rentabel ist ein Gewinn für die Stadt, den Landkreis und alle Kommunen, weil sozialhilfebedürftige Menschen dort Unterstützung bekommen, und weil es eine Stelle gibt, wo Bedürftige günstig einkaufen können.“ Jetzt, wo die Schließung des Gebrauchtwarenhauses in Lerchenfeld und damit das Aus des Rentabel-Projektes an sich drohe, zur Rettung wieder nur nach „der Kirche zu rufen“, sei „zu kurz gesprungen“. 

Die Caritas der Erzdiözese München und Freising habe laut Maier in den vergangenen Jahren die durch die kurzfristigen geänderten Fördermodalitäten des Staates entstandenen „Defizite in Höhe von annähernd einer halben Million Euro ausgeglichen“. Daneben habe die Kirche „seit Bestehen von Rentabel die Kosten, die nicht durch die vom Staat geänderten Fördersätze gedeckt waren, in Höhe von annähernd einer halben Million Euro ausgeglichen, und würde dies auch in akzeptablem Rahmen weiterhin tun“. Maier: „Die Kommunen aber müssen nun zeigen, ob ihnen die Arbeit von Rentabel etwas wert ist. Sie können sich nicht darauf verlassen, dass Ehrenamtliche auch noch die von Rentabel mitgetragenen Versorgung der Asylsuchenden mit Kleidung übernehmen.“ 

Natürlich sei diese Unterstützung „keine Pflichtaufgabe der Kommunen“, und natürlich wüssten die Kommunen und der Landkreis nicht, welche Kosten in punkto Asylsuchende noch auf sie zukämen: „Aber wir brauchen gerade in unserer Region einen Anlaufpunkt für Menschen mit geringerem Einkommen. Wenn schon die Mieten kaum bezahlbar sind, müssen wir dafür sorgen, dass das restliche Leben finanzierbar bleibt. „Rentabel“ im wahrsten Sinne des Wortes „ist etwas, wenn es Gewinn abwerfe. Elisabeth Maier appelliert: „Das Kaufhaus Rentabel wirft vielleicht im rein wirtschaftlichen Sinne keinen Gewinn ab.

Aber es ist ein Gewinn für die Menschen, die dort eine Chance bekommen, erwerbstätig zu sein und ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Ein Gewinn für die Menschen mit kleinem Geldbeutel, die dort günstig einkaufen können – und ein Gewinn für die Natur, da viele Dinge sonst weggeworfen würden, so aber im wahrsten Sinne des Wortes wiederverwertet werden“. Elisabeth Maier abschließend: „Andere Landkreise und Städte beneiden uns um Rentabel und bauen gerade ähnliches auf. Und wir machen zu?

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