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Für viele Eltern ist die erweiterte Notbetreuung, die am 27. April, in den Kitas startet, ein Rettungsboot.

Kita: Notbetreuung oder Beiträge zurück - neue Perspektiven für Eltern mit Kleinkindern

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Die erweiterte Notbetreuung in Kitas startet am Montag. Das FT beantwortet dazu die drängendsten Fragen der Eltern.

Freising – Die Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder hat viele Fragen offen gelassen – vor allem für Familien mit Kindern. Wie werden die Rückzahlungen von Beiträgen nun genau organisiert? Und wer darf seine Kinder ab kommenden Montag wieder in die Kita geben? Das FT beantwortet die Fragen, die den Eltern besonders auf den Nägeln brennen.

Für welchen Zeitraum werden Beiträge vom Staat erstattet?

In seiner Regierungserklärung sagte Söder, dass Eltern zumindest in den kommenden drei Monaten keine Kita-Gebühren Zahlen müssen – also für Mai bis Juli? – Nein. Auf Anfrage des FT erklärte Familienministerin Carolina Trautner: „Im Interesse der Familien werden wir die Elternbeiträge ab April für drei Monate erstatten.“

Wie läuft die Rückzahlung der Beiträge?

Auch dazu äußerte sich Trautner auf FT-Nachfrage: „Die Träger werden pauschal entlastet, gestaffelt nach Krippe, Kindergarten, Hort und Tagespflege.“ Politische Zielsetzung sei es, die Eltern aktuell zu entlasten.

Das heißt, dass wohl auch die Stadt Freising ihren Beschluss zu Beitragszahlungen modifizieren wird. Wie berichtet, hatte der Stadtrat zwar grundsätzlich beschlossen, die Eltern von den Beiträgen für die Zeit der Kita-Schließungen zu entbinden. Bis dato ist aber vorgesehen, dass die Rückzahlung erst am Ende der Pandemie erfolgt, die Beiträge einstweilen weiter von den Eltern beglichen werden sollen. Dieser Beschluss fiel allerdings vor der Regierungserklärung des Ministerpräsidenten.

Rathaus-Sprecherin Christl Steinhart hat aber bereits erklärt, das aktuelle Entwicklungen hinsichtlich der Kita-Beiträge von der Stadt berücksichtigt würden. Noch habe die Stadt vom Freistaat keine Informationen zur Abwicklung erhalten. „Wir sehen aber erleichtert, dass der Weg jetzt ganz klar zu einer bayernweit einheitlichen Lösung führt, die die Träger vom bisherigen Damoklesschwert der Gebührentragung und damit letztendlich der Finanzierung befreit“, betont Steinhart. „Gemeinsam mit wohl allen Trägern war die Stadt Freising immer überzeugt, dass die Eltern nicht die Leidtragenden einer Zuständigkeitsdiskussion sein dürfen.“

Wer profitiert von der erweiterten Betreuung?

Bisher war eine Notfallbetreuung nur für Eltern möglich, wenn eine Alleinerziehende oder beide Eltern im Bereich der kritischen Infrastruktur beschäftigt war(en). Jetzt gilt: Alleinerziehende dürfen die Notfallbetreuung berufsunabhängig in Anspruch nehmen, Paare dann, wenn ein Elternteil einem Job nachgeht, der der kritischen Infrastruktur zugeordnet ist. Zur kritischen Infrastruktur zählen laut Familienministerium die Beschäftigten im Pflege- und Gesundheitssystem, in Kitas und Schulen, im Kinder- und Jugendschutz, in der Seelsorge, im Bereich Öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie Sicherstellung der Infrastruktur, im Personen- und Güterverkehr, in Medien, in der Lebensmittel- und Drogerieversorgung, in Banken und der Justiz. Wichtig: Die Notbetreuung steht nur offen, wenn es in der Familie keine volljährige Person im Haushalt gibt, die die Kinder betreut.

Nach FT-Informationen haben sich die ersten Familien bereits für die erweiterte Notfallbetreuung beworben – und die entsprechenden Plätze auch bewilligt bekommen. Für die Kinder geht es damit am kommenden Montag wieder los. Die für Eltern nötigen Formulare sind auf der Homepage des Familienministeriums jetzt abrufbar: www.stmas.bayern.de.

Sind die Kitas für die Erweiterung der Notfall-Betreuung personell gerüstet?

In der Stadt Freising ist dies der Fall. Denn wie Steinhart mitteilte, befindet sich das städtische Kita-Personal trotz Schließung der Betreuungsstätten im Dienst. „Kurzarbeit war kein Thema.“

Welche Schutzvorkehrungen sind vorgesehen?

Bayerns Familienministerin Carolina Trautner betont: „Wir gehen bei der Ausweitung der Notbetreuung weiterhin behutsam vor. Der Schutz der Gesundheit steht immer an oberster Stelle.“ Sie hat ein interdisziplinäres Expertengremium aus den Fachbereichen Pädagogik, Psychologie, Medizin, Hygiene und Gesundheit einberufen. „Im Austausch mit dem Expertengremium und auch den Kommunalen Spitzenverbänden und den Kita-Trägern haben wir Kernpunkte erarbeitet, die in unsere Handreichung eingeflossen sind“, berichtet die Ministerin. Die Kernpunkte enthalten Empfehlungen für den Kita-Betrieb bezüglich der Raumaufteilung, der Hygienemaßnahmen und der Organisation der Bring- und Abholzeiten.

Alle Empfehlungen finden sich unter folgendem Link: https://www.stmas.bayern.de/imperia/md/content/stmas/stmas_inet/stmas_a4_handreichung_kindertagesbetreuung_bf_kws.pdf

Wie hat das Kita-Personal den Shutdown überbrückt?

Zum Teil war das Kita-Personal natürlich mit der bereits bestehenden Notfallbetreuung betraut. Allerdings berichtet Steinhart, dass überwiegend einzelne Kinder betreut wurden – „sicherlich das Optimum zur Vermeidung möglicher Infektionsketten“. Darum gehe es auch bei einer Erweiterung der Betreuung. Steinharts Lob an die Eltern: „Sie gehen sehr verantwortungsvoll mit einer Inanspruchnahme der Notbetreuung um.“

Neues Betätigungsfeld: Erzieherin Ulrike Arbinger vom Kindergarten Lerchennest beim Nähen von Mund-Nasen-Schutz-Bedeckungen.

Kita-Personal, das derzeit nicht in der Betreuung eingesetzt wird, ist mit der Erledigung laufender Bürotätigkeiten, konzeptioneller Überlegungen und ähnlichem beschäftigt, berichtet Steinhart: „Das Kita-Personal hat sich im Übrigen auch stark bei der Vor- und Nachbereitung der Stichwahl eingebracht und engagiert sich derzeit bei der vorsorglichen Produktion von Mund-Nasenschutz-Masken für den Kita-Betrieb.“

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