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Der Getränkemarkt wurde komplett verwüstet.

Feuerwehr stellt Gasflaschen sicher

Getränkemarkt brennt: Hallbergmoos entgeht Inferno

Hallbergmoos - Dramatische Szenen spielten sich in der Nacht zum Sonntag in Hallbergmoos ab: Rund 100 Feuerwehrkräfte bekämpften ein Flammenmeer, das in einer Getränkehalle ausgebrochen war. Weil Explosionsgefahr herrschte, wurden die benachbarten Häuser evakuiert. Der Geschäftsführer des Getränkehandels geht von Brandstiftung aus.

Klaus Stallmeister ereilte die schlechte Nachricht am Sonntagvormittag auf dem Volksfest. Dort erfuhr der Hallbergmooser Bürgermeister von dem Brand, der sich in der Nacht zuvor auf dem Gelände des Getränkehandels K&F an der Ludwigstraße abgespielt hatte. Sofort machte sich das Gemeindeoberhaupt auf den Weg zum Unglücksort. Ihm bot sich ein Bild der Zerstörung: ein eingestürztes Dach, verrußte Wände und unzählige geschmolzene Getränkekästen. „Das sieht schon wüst aus“, schildert Stallmeister seine Eindrücke. Sein Dank gilt den rund 100 Feuerwehrkräften, die in der Nacht zur Stelle waren: „Mein Kompliment! Sie haben eine tolle Arbeit geleistet.“ Auf 100.000 Euro wird der Schaden an Gebäude und Waren geschätzt, und doch verhinderten die Einsatzkräfte noch deutlich Schlimmeres.

Gegen 3 Uhr waren die Feuerwehren Hallbergmoos, Goldach, Mintraching, Neufahrn und Dietersheim alarmiert worden: Das aus fünf Garagen bestehende Nebenlager des Getränkemarkts hatte Feuer gefangen. „Das war ziemlich eng“, berichtet Walter Schreck, Kommandant der Feuerwehr Hallbergmoos. Denn in dem Lager befanden sich unter anderem Kühlschränke. „Wenn da Treibmittel ausgelaufen wäre, hätte es eine Explosion geben können.“ Nicht die einzige Gefahr. Denn wie der Geschäftsführer des Getränkehandels, Josef Fischer, selbst ehemals Feuerwehrkommandant, den Einsatzkräften bei ihrem Eintreffen mitteilte, befanden sich in dem Lager auch vier Propangasflaschen mit elf Kilo Inhalt. Die mit Atemschutz ausgestatteten Einsatzkräfte konnten die Behälter noch rechtzeitig aus dem Feuer retten, ehe es zu einem Inferno hätte kommen können.

Feuer in Getränkemarkt: Entging Hallbergmoss einem Inferno?

Feuer in Getränkemarkt: Entging Freising einem Inferno?

Erschwert wurde die Brandbekämpfung auch durch die Photovoltaikanlage auf dem Dach, die zum Teil bereits heruntergebrannt war. Den Feuerwehren gelang es dennoch, den Brand rasch unter Kontrolle zu bekommen und so ein Übergreifen auf anliegende Gebäude zu verhindern: auf das Hauptlager, die Verkaufs- und Geschäftsräume sowie Wohnhäuser. Aufgrund der Explosionsgefahr wurde die Nachbarschaft jedoch evakuiert. „Zum Teil waren die Leute schon auf der Straße gestanden“, erzählt Schreck. „Bei den anderen hat die Polizei geklingelt.“ Die 25 betroffenen Hallbergmooser wurden vorübergehend ins Gemeindehaus gebracht. Gegen 6 Uhr konnten sie nach Hause zurückkehren – nachdem die Feuerwehr zunächst die Rauchentwicklung in den Wohnungen gemessen und Grünes Licht gegeben hatte. Die Einsatzkräfte selbst waren bis 9 Uhr an der Unglücksstelle.

Noch ist die Brandursache ungeklärt. Der Kriminaldauerdienst der Kripo Erding hat jedoch noch in der Nacht die Ermittlungen aufgenommen. Nach ersten Feststellungen schließen die Ermittler eine mutwillige Brandlegung nicht aus. Deutlicher noch wird der Geschäftsführer: „Ich gehe von Brandstiftung aus“, sagt Fischer. Denn zum einen habe sich in dem Lager nichts befunden, das von selbst hätte Feuer fangen können. Zum anderen hätte es Spuren gegeben, die auf eine mutwillige Tat hindeuten: In einer Garage hätten Getränke gefehlt. Das Motiv einer Brandstiftung kann sich Fischer, 3. Bürgermeister der Gemeinde, indes nicht erklären: „Klar wird öfter was gestohlen, und wir haben auch schon mal jemanden erwischt. Das aber ist eine ganz andere Baustelle.“ Am heutigen Montag erwartet er die Brandermittler.

Für Fischer ist es Glück im Unglück. „Hätte das Feuer auch das Hauptgebäude ersicht, hätte ich den Betrieb nicht aufrechterhalten können“, betont er. Gestern sah man Fischer, der auch Volksfestreferent der Gemeinde ist, wieder auf dem Festgelände. Auf der einen Seite aus Pflichtgefühl, auf der anderen, um sich etwas Ablenkung zu verschaffen. „Ich bin froh, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind“, sagt er. „Alles andere kann man regeln.“

von Manuel Eser

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