Freising misst jetzt den Fluglärm selbst

Freising - So ganz trauen die Freisinger Stadträte den mobilen Fluglärmmessungen des Flughafens nicht. Und deshalb hat man jetzt, initiiert von der ödp, fraktionsübergreifend einen Antrag eingebracht, die Stadt solle vier eigene Fluglärmmessgeräte anschaffen, betreiben und die Daten registrieren. 16 000 Euro würden die Geräte kosten.

Anlass für den Antrag, den die Fraktionschefs Tobias Eschenbacher (CSU), Jürgen Maguhn (Grüne), Richard Grimm (FW) und Monika Hobmair (ödp) unterschrieben haben, seien Erkenntnisse der BI Fahrenzhausen und anderer Bürgerinitiativen gegen die dritte Startbahn gewesen, so erläuterte Hobmair: Denn in Fahrenzhausen habe beispielsweise eine eigene Lärmmessung der dortigen BI ergeben, dass man mehr Überflüge und einen höheren Dauerschallpegel gemessen habe als die FMG-Messstelle. Und die mobile Messstelle der FMG im Seilerbrückl habe 107 Stunden Ausfallzeiten während eines Monats zu verzeichnen gehabt, so Hobmair.

Nun will man also eigene, zuverlässige Messungen durchführen. Dazu soll die Stadt vier Lärmmesstellen kaufen und Mitglied im Verein Deutscher Fluglärmdienst e.V. (DFLD) werden. Der nämlich stelle die gesamte Software und Auswertung der Daten zur Verfügung - Daten, die auch vom Bürger im Internet abgerufen werden können (www.dfdl.de). Deutschlandweit betreibt und betreut der DFLD zahlreiche solcher Messstellen.

Von den Messergebnissen erhofft man sich mehrere Effekte und Vorteile: Zum einen könnten solche Daten den Mitgliedern der Lärmschutzkommission von Nutzen sein, wenn man sich nicht nur auf die Daten der FMG verlassen müsse, so Hobmair. Zum zweiten sei das ein wichtiger Service für die Bürger. Zum dritten könnte sich aufgrund der gewonnen Daten die eine oder ander Schallpegelgrenze verändern, so dass dies - wenn es beispielsweise um den Einbau von Schallschutzfenstern gehe - „um bares Geld“ für die Bürger gehe, so Eschenbacher. Und viertens hätte man, sollte eine dritte Startbahn gebaut werden, dann verlässliche Vergleichswerte vorliegen.

Wo man im Falle einer Anschaffung die Lärmmessstellen einrichtet, müsse noch geklärt werden. Im Focus stünden freilich Standorte in Lerchenfeld, Attaching, Pulling und im Seilerbrückl. Dass sich in diesem Vorgehen ein gewisses Misstrauen gegenüber der FMG ausdrücke, will Eschenbacher nicht so sehen. Hobmair hingegen schon. Denn: „Die FMG veröffentlicht doch nur das, was ihr in den Kram passt.“

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