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Hilfskräfte-Konvoi auf Achse: Freising angelt sich 350 hochwertige Betten aus dem Nachbarlandkreis

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Von: Manuel Eser

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Ein großer Hilfskonvoi der Freisinger Hilfsorganisationen sorgte dafür, eine Riesen-Ladung an Stockbetten und anderer Katastrophenschutz-Ausrüstung von Erding in den Heimatlandkreis zu bringen.
Ein großer Hilfskonvoi der Freisinger Hilfsorganisationen sorgte dafür, eine Riesen-Ladung an Stockbetten und anderer Katastrophenschutz-Ausrüstung von Erding in den Heimatlandkreis zu bringen. © thw

Der Kreis Freising hat sich 350 Betten und mehr aus Erding geangelt - eine Stärkung für den Katastrophenschutz, die noch kürzlich nicht möglich gewesen wäre.

Freising/Nandlstadt – 350 hochwertige Stockbetten und mehr hat sich der Landkreis Freising für den Katastrophenschutz geangelt. Noch vor Kurzem wäre der lukrative Deal rein logistisch gar nicht möglich gewesen. Denn da stand dem Landkreis noch gar keine Lagerhalle zur Verfügung, wie Michael Wüst, Ortsbeauftragter des THW Freising. Dann kam der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine – und ein Strom an Flüchtlingen. „Mit großartiger Zusammenarbeit und einem hohen Maß an Kreativität haben Kreis-Feuerwehren, BRK, Johanniter und THW Turnhallen in Notunterkünfte verwandelt“, lobte ein beeindruckter Landrat Helmut Petz kürzlich im Rahmen einer Veranstaltung.

Für die Errichtung der Unterkünfte schaffte der Kreis viele wiederverwendbare Materialien an, etwa Bauzaun-Elemente für die Errichtung von Wohnkabinen, die ein Mindestmaß an Privatsphäre gewährleisten. „War es bisher nicht möglich, solche Ausstattung zentral zu lagern, konnte jetzt Abhilfe geschafft werden“, berichtet THW-Chef Wüst.

Landrat betont: „Müssen reaktionsfähig bleiben“

Der Landkreis hat eine Halle in Nandlstadt angemietet, die von den Freisinger Hilfsorganisationen nun als Katastrophenschutz-Lager verwendet werden kann. Das vereinfache im Einsatzfall vieles, betonte Wüst. Schließlich könne schnell auf benötigtes Material zugegriffen werden. Auch Kreisbrandrat Manfred Danner freut sich: „Mit der Halle steht uns endlich der Lagerplatz zur Verfügung, den wir seit Jahren immer wieder gefordert haben.“

Auch für Landrat Helmut Petz ist die Halle ein großer Gewinn. „Wir müssen reaktionsfähig bleiben“, betonte er kürzlich. „Derzeit sind die Turnhallen leer, aber die Welt ist in Bewegung, und wer weiß, was passiert.“ Hinzu kommt der Klimawandel, wie Danner betont. „Die häufiger und heftiger werdenden Unwetterereignisse führen ebenfalls zu immer mehr Einsätzen im Katastrophenschutz.“

Neue Lagerhalle ist jetzt schon Gold wert

Dass die Lagerkapazitäten dringend benötigt werden, zeigte sich bereits am vergangenen Samstag. Dank der Initiative des BRK-Kreisgeschäftsführers Albert Söhl konnte der Landkreis 350 hochwertige Stockbetten mit den zugehörigen 700 Matratzen sowie Dutzende Paletten mit Bettdecken, Kissen und Bettbezügen angeschafft werden. Wie Wüst mitteilte, stammt die Ausrüstung vom ehemaligen Fliegerhorst Erding, auf dem derzeit das Lager aufgelöst wird.

Um die rund 100 Paletten nach Nandlstadt zu schaffen, war ein Konvoi von 13 Lkw notwendig, die BRK, Johanniter, THW und Feuerwehren stellten. Da sich die Paletten als nicht normgerecht erwiesen, blickte Wüst mehrfach sorgenvoll auf seine Planungsunterlagen, ehe er am Ende erleichtert ausatmen konnte. „Letztlich konnte die gesamte Ware – bis auf einen kleinen Bruchteil – mit nur einer Fahrt in die Katastrophenschutzhalle nach Nandlstadt gefahren werden.“

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Möglich, dass die Halle in Nandlstadt nur ein Provisorium ist. Wie bereits berichtet, plant der Kreis aber ein neues Feuerwehr-Ausbildungs- und Katastrophenschutzzentrum am Kammermüllerhof in Freising. Hier soll unter anderem perspektivisch eine eigene Lagerhalle für Katastrophenschutzausstattung entstehen.

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