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Eine flammende Rede: Die Vizepräsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA, Angela Inselkammer, geißelte im Bräustüberl des Hofbrauhauses Freising die Politik von Arbeitsministerin Andrea Nahles.

Scharfe Worte beim Neujahrsempfang der Gastronomen

Neue Auflagen ein „totaler Schmarrn“

Der Tourismus in Bayern boomt. Beste Voraussetzungen für Hotellerie und Gastronomie möchte man meinen. Wären da nicht der ungeliebte Mindestlohn, Brandschutzauflagen und Aufzeichnungsplichten. Beim Neujahrempfang des Hotel- und Gaststättenverbandes ließen die Festredner kein gutes Haar an den politisch Verantwortlichen.

Die Auflagen mit denen sich Gastronomiebetriebe in Bayern herumschlagen müssen sind mittlerweile erdrückend. Dies machten im Grunde alle Vertreter des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA in Bayern beim Neujahrsempfang in Freising deutlich. Am deutlichsten brachte Vizepräsidentin Angela Inselkammer ihren Unmut über Mindestlohn, Aufzeichnungspflicht und Brandschutzauflagen zum Ausdruck.

Vor gut knapp neunzig Teilnehmer aus Gastronomie, Politik und Gesellschaft rechnete Inselkammer auch und vor allem mit der Linie von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles ab. Den von Nahles durchgesetzten Mindestlohn bezeichnete die Vizepräsidentin als „eklatanten Eingriff in die Tarifautonomie“.

Das Schlimmste aus ihrer Sicht, sei „das Arbeitszeitgesetz“, urteilte Inselkammer. Die lückenlose Aufzeichnung, die Begrenzung der Arbeitszeiten pro Mitarbeiter, „das geht mit der Wirklichkeit nicht mehr einher“, stellte sie sichtlich erbost fest. Wer beispielsweise eine Hochzeit feiere, dem sei nun mal nicht zu vermitteln, dass um 23 Uhr Schluss sein müsse, weil der Mitarbeiter seine zulässige Arbeitszeit pro Tag überschritten habe, machte sie deutlich. Als Unternehmerin beschrieb sie die Lage so: „Mir brechen die Aushilfen weg. 

Ich kapiere nicht, wie man Menschen das Arbeiten verbieten kann“. Die Folge seien Tricksereien. Das könne aber niemand wollen. „Wir wollen das legal und richtig machen“, stellte sie klar. Auch was den Brandschutz und die Kennzeichnungspflicht für Allergiker betrifft, zeigte Inselkammer wenig Verständnis für die von Politik und Amts wegen gestellten, zusätzlichen Anforderungen. Für einen Veranstaltungsraum, habe sie praktisch neun Ausgänge herstellen müssen, empörte sich die Gastronomin. Die Allergen-Kennzeichnungspflicht bezeichnete sie als „totalen Schmarrn“. Die Gäste wollten das nicht, wer Probleme damit habe, der sage das. Inselkammer befand sich in ihrer Einschätzung weitgehend im Einklang mit dem BHG-Bezirksvorsitzenden Franz Bergmüller und mit dem Präsidenten des Bundesverbands, Ernst Fischer. Letzterer schränkte zwar ein, dass eine Bilanz über den Mindestlohn noch „verfrüht“ sei. Wenn Nahles und die Gewerkschaften aber bereits nach einer Erhöhung verlangten, dann sei das „ungeheuerlich“, fand der DEHOGA-Präsident. Bergmüller sprach von einem „Bürokratie-Wust“ und davon, dass man in Deutschland immer noch etwas „draufsattle“. Die zunehmenden Auflagen würden der Gastronomie „die Luft zum Atmen nehmen“.

Alexander Fischer

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