Evangelische Kirche in Freising baut wieder

Neues Domizil für eine „lebendige Gemeinde“

Freising: Die evangelische Kirchengemeinde wächst. Rund 7000 Mitglieder zählt man derzeit in den vier Sprengeln. Vor allem: Man sei eine „lebendige Gemeinde“, lobte Pfarrerin Dorothee Löser bei der jüngsten Gemeindeversammlung. Eine lebendige Gemeinde, die mit der Renovierung der Christi-Himmelfahrtskirche und der Orgelsanierung gerade ein Mammutprojekt abgeschlossen hat und mit dem Neubau des Gemeindezentrums nun schon wieder mitten im nächsten Großprojekt steckt.

Dass der Neubau des Gemeindezentrums (das Freisinger Tagblatt hat ausführlich berichtet) mit drei Millionen Euro von der evangelischen Landeskirche gefördert werde, sei „wahrlich nicht selbstverständlich“, betonte am Sonntag Dekan Jochen Hauer. Dies und die Tatsache, dass anders als im übrigen Dekanat in Freising die zur Verfügung stehenden Stellen auch alle besetzt seien, spreche eine eindeutige Sprache: Freising genieße bei der Landeskirche besondere Aufmerksamkeit und Würdigung. Vielleicht auch deshalb, weil man in der Kirchengemeinde Freising laut Löser gehofft hatte, 150 000 Euro an Spenden für die Kirchenrenovierung sammeln zu können und diese Summe bereits allein im vergangenen Jahr zusammenbekommen habe. Deshalb habe man keinen Kredit aufnehmen müsse. Und das sei wiederum „gut, weil das nächste Projekt ja schon da ist“ – eben der Neubau des „Hauses der Kirche“. 

Dessen Planungsstand wurde am Sonntag den Gemeindemitgliedern präsentiert. Die waren scheint’s sehr zufrieden und einverstanden mit dem, was da in den kommenden Jahren an der Martin-Luther-Straße entstehen soll. Die Frage, warum das neue Gemeindezentrum denn so groß werde, beantwortete Löser so: Als 1998 in Freising der Dekanatssitz gegründet worden sei, habe man räumlich keinerlei Erweiterung bekommen. Das Dekanatsbüro sei damals in der Registratur untergebracht gewesen. Die Behebung dieses Mangels an Räumlichkeiten werde jetzt also von der Landeskirche sozusagen „nachgeholt“. Aber auch ein anderes Thema beschäftigt die evangelische Kirchengemeinde und das Dekanat Freising: die Flüchtlinge.

Löser betonte, man pflege eine ganz enge Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk, wo ja „professionelle Arbeit“ für die Asylbewerber geleistet werde. Die Kirchengemeinde stelle beispielsweise Räume und Lehrmaterialien zur Verfügung, verfalle aber in „keinen Aktionismus“. Und Dekan Hauer betonte: „So groß und wichtig das Thema Asyl ist“, das Diakonische Werk vergesse die anderen Hilfsbedürftigen und die andere soziale Arbeit nicht.

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