CSU und SPD scheitern in Freising

Freising - Die Reihen haben sich gelichtet bei der „ersten Runde“ im Freisinger OB-Wahlkampf. In zwei Wochen kommt es nun zum Duell: Tobias Eschenbacher (FSM) gegen Sebastian Habermeyer (Grüne).

Es war gerade mal 19 Uhr, da stand das Ergebnis fest und im Großen Sitzungssaal brachen regelrechte Jubelstürme los. Mittendrin die beiden Wahlsieger: Tobias Eschenbacher (Freisinger Mitte) und Sebastian Habermeyer (Grüne).

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Es ist die Ironie des Schicksals: Ausgerechnet der frühere CSU-Fraktionschef Eschenbacher fuhr das mit Abstand beste Ergebnis ein: Mit satten 33,7 Prozent ist er in zwei Wochen der Favorit. So deutlich hätte er das nicht erwartet, sagte Eschenbacher, umringt von Fans, in einer ersten Stellungnahme. Dicht daneben stand, ebenfalls im Blitzlichtgewitter der Fotografen, der Grünen-Kandidat Sebastian Habermeyer, der nun in den kommenden beiden Wochen „die Ärmel hochkrempeln“ will – und möglichst viele Nicht-Grünen-Wähler überzeugen. Vor Habermeyer liegt nun eine Aufholjagd: Mit 20,6 Prozent liegt er mehr als 13 Prozent hinter Eschenbacher.

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Auf dem undankbaren dritten Platz ist der CSU-Kandidat Rudolf Schwaiger gelandet, der sich „tief enttäuscht“ von seinen 15,4 Prozent zeigte. Einige Dinge, die er im Wahlkampf ehrlich angesprochen habe, seien wohl von den Wählern nicht akzeptiert worden. Nun müsse man das Ergebnis genau analysieren. Bitter enttäuscht war Schwaiger auch von der Wahlbeteiligung, die nur bei 55,2 Prozent lag. Das sei „eine sehr verwunderliche Geschichte“. Die Enttäuschung stand auch CSU-MdL und Kreischef Florian Herrmann ins Gesicht geschrieben. „Das hätte ich nicht erwartet“, sagte er, „ich dachte, dass wir auf alle Fälle in die Stichwahl kommen.“ Es sei einfach sehr bedauerlich, „wie sich seit der Nominierung die Dinge entwickelt haben“. Bekanntlich war ja Tobias Eschenbacher seinerzeit dem Gegenkandidaten Rudolf Schwaiger unterlegen, was zur Spaltung der CSU-Fraktion und Gründung der „Freisinger Mitte“ geführt hatte. Als deren Kandidat fuhr nun Eschenbacher das beste Ergebnis aller sieben Kandidaten ein.

Mit dem vierten Platz musste sich FW-Kandidat Benno Zierer bescheiden. Mit 14,4 Prozent lag er schließlich hauchdünn hinter Rudolf Schwaiger, nachdem er während der Auszählung der einzelnen 25 Wahllokale lange vor dem CSU-Bewerber gelegen hatte. Der Kandidat der Freien Wähler fasste das Ergebnis der Wahl so zusammen: „Jung siegt vor Erfahrung.“

Wiederum nur knapp dahinter die SPD-Kandidatin Eva Bönig, die sich allerdings deutlich mehr ausgerechnet hatte als 12,2 Prozent. Fleiß, Wissen und langjährige Erfahrung hätten bei dieser Wahl offenbar nicht gezählt, sagte Bönig. Sie überlege nun, ob sie 2014 bei den Kommunalwahlen noch antrete. Komplett gescheitert ist der Kandidat der Linken, Daniel Wilke: Er kam auf einen Prozentpunkt. Nur wenig darüber der ödp-Kandidat Helmut Priller mit 2,7 Prozent.

Die CSU will nun rasch eine Entscheidung treffen, ob man eine Wahlempfehlung abgibt. Die Verantwortlichen treffen sich heute. Einfach wird das nicht: Man hat die Wahl zwischen einem Grünen und einem CSU-Abtrünnigen.

Helmut Hobmaier

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