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Gemeinsam begutachten Bauleiter Thomas Bartels, Architekt Arwed Sandner, Landschaftsarchitektin Rita Lex-Kerfers, Projektleiter Ulrich Falckenberg, Pfarrerin Dorothee Löser und Dekan Jochen Hauer (v. l.) das Modell im Umgriff der bestehenden Bebauung.

Planung für das neue evangelische Gemeindehaus in Freising vorgestellt

Offener und geborgener Ort der Begegnung

Freising - Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Freising startet ein neues Großprojekt. Nach der Sanierung der Kirche steht nun das Gemeindehaus auf dem Plan. Man geht in die Vollen: Das alte Gebäude wird einem völlig neu konzipierten „Haus der Kirche“ weichen. Baubeginn ist in vier Wochen.

„Die Arbeitsbedingungen für Dekanat und Pfarramt im Büro an der Martin-Luther-Straße waren ohnehin sehr beengt“ sagte Dekan Jochen Hauer bei einem Pressegespräch anlässlich des Baubeginns: „Der Handlungsbedarf war deshalb vorher schon klar.“ Dann aber kam das Hochwasser 2013. Die Keller des Gemeindehauses liefen damals so voll, dass später die Schadensgutachter zu einem Neubau rieten. Also hat sich die Kirchengemeinde in den vergangenen drei Jahren um Fördergelder bemüht – mit Erfolg.

Das neue „Haus der Kirche“ ist ein vom Straßenlärm abgeschirmtes Zentrum der Begegnung – und ein attraktiver Bau am Ortseingang von Freising.

Insgesamt 4,3 Millionen Euro stehen zur Verfügung. 1,3 Millionen Euro davon übernimmt die Regierung von Oberbayern, satte drei Millionen Euro trägt die Landeskirche. Pfarrerin Dorothee Löser und der Dekan sind sehr dankbar für diese Unterstützung. Dorothee Löser: „Wir hätten das nie alleine stemmen können nach der Kirchen- und Orgelsanierung.“ Dekan Hauer betonte, dass die Gemeinde damals schon finanziell an ihre Grenzen gegangen sei. „Diese Maßnahme jetzt ist nur machbar, weil wir über die Maßen unterstützt werden“, betonte er. 

Für die Innenausstattung und unvorhergesehene Zusatzkosten beim Bau muss die Kirchengemeinde selbst aufkommen. 500 000 Euro sind dafür angesetzt. Dazu kommt noch eine ganze Menge Arbeit. „Ohne unsere Ehrenamtlichen wäre es sehr schwierig“, sagte Löser. Die räumten zum Beispiel gerade das Gebäude aus: Schließlich gehen die Arbeiten noch im Oktober los. Der Abriss soll im November erfolgen, wie Projektleiter Ulrich Falckenberg (IMP Ingenieure GmbH München) informierte. Wenn alles nach Plan läuft, kann man im Frühjahr 2017 mit dem Neubau beginnen und im Spätherbst 2018 das neue „Haus der Kirche“ einweihen. 

Transparenz und Begegnung sind die Schlagworte hinsichtlich der Gestaltung. Zur Münchner Straße hin abgeschirmt soll gleichzeitig ein offener, aber geborgener Ort entstehen. Eine „Wandelhalle“ bildet das Herzstück des neuen Kirchenzentrums. Die transparente Halle wird Bindeglied zwischen Kirche und Gemeindehaus, soll zwischen Innen und Außen vermitteln und ein Raum der Begegnung werden, erklärte Architekt Arwed Sandner (abp Architekten und Stadtplaner). 

Im Gemeindehaus selbst sind die Büros untergebracht. Außerdem gibt es zwei Säle und einen Raum für die Jugend. Die bekommt übrigens auch einen eigenen Bereich im Garten. „Mit Sicht- und Lärmschutz“, sagte Löser mit einem Augenzwinkern. Der Außenbereich ist insgesamt in öffentliche und geschützte Bereiche unterteilt. Die Landschaftsarchitektin Rita Lex-Kerfers beschrieb eine stufenweise Umsetzung von einem öffentlichen Vorplatz bis hin zum Pfarrgarten mit Apfelbaum und Felsenbirnen – natürlich alles barrierefrei. 

Solange die Arbeiten andauern, ist die evangelische Kirchengemeinde auf das ganze Stadtgebiet verteilt. Teils in den eigenen Häusern, wie dem Epiphaniaszentrum, teils als Gäste, zum Beispiel im Haus der Vereine. „Wir werden aber weiterhin ein kreatives und lebendiges Gemeindeleben gestalten“, versprach die Pfarrerin.

Claudia Bauer

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