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Zusammenpacken mit Wehmut: Günther Lehrmann (Vorsitzender des Historischen Vereins), Museumsleiterin Ulrike Götz, OB Tobias Eschenbacher und Kulturreferent Hubert Hierl (v. l.) packten am Donnerstag fleißig mit an.

Auszug aus dem Asamgebäude  

Der „OP-Plan“ und das „fliegende Museum“

Freising - „Alles muss raus!“ aus dem Asamgebäude. Auch das Stadtmuseum muss bis Ende März sein Domizil geräumt haben. Bis man in rund fünf Jahren wieder einziehen darf, möchte man aber nicht ganz von der Bildfläche verschwinden. Und es gibt ein Abschiedsprogramm.

Im Jahr 1890 wurde das Stadtmuseum gegründet. Seitdem hat es viel erlebt – Umzüge, Umbauten, Modernisierungen. Die Objekte, die man zusammen mit dem Historischen Verein gesammelt hat, haben noch mehr erlebt. Und jetzt steht die nächste Herausforderung an: Bis Ende März muss das gesamte Museum inklusive Büro und Depot aus dem Asamgebäude ausgezogen sein, damit dort die Sanierungsarbeiten beginnen können, nach deren Abschluss sich das Stadtmuseum genauso edel und fein wie jetzt, aber noch viel größer präsentieren wird.

Nun will man sich nicht sang- und klanglos verabschieden, sondern hat einen exakten „OP-Plan“ für den Umzug erstellt und zudem ein Abschiedsprogramm entwickelt, das Museumsleiterin Ulrike Götz am Donnerstag vorstellte: Da wird es am 19. und 22. Januar noch einmal Führungen durch das Museumsdepot geben, da wird man sich am 9. und 12. Februar bei Führungen durch die Ausstellungsräume von dem jetzigen Museum verabschieden können, da wird am 14. Februar ein Workshop abgehalten, bei dem interessierte Bürger ihre Ideen für das neue, das größere Stadtmuseum einbringen können, und da werden am 5. März, dem letzten Öffnungstag, bis 22 Uhr bei freiem Eintritt Führungen, Programm und Rätselspaß geboten.

Schon jetzt freilich, so betonte Götz, habe man zahlreiche Objekte sortiert, manche würden auch bereits „voreingepackt“, um dann auf fünf Standorte im Stadtgebiet verteilt zu werden. Denn nicht nur für rund 3000 Objekte braucht man eine Interimsunterkunft, auch die Vitrinen, die Stellwände, Büros, PC’s und alles, was zum Museum gehört, muss untergebracht werden. Dahinter stecke also „eine beträchtliche Logistik“, so Götz. Auch Günther Lehrmann, der Vorsitzende des Historischen Vereins, lobte die „logistische Leistung“. Er sprach aber auch davon, „dass uns jetzt etwas Wehmut packt“, wenn all die schönen Dinge eingepackt werden und in Kisten verschwinden.

In den rund fünf Jahren, in denen das Museum in der Diaspora weilt, höre die Arbeit freilich nicht auf, versicherte Götz: Nicht nur, dass die normale Museumsarbeit mit der Bestandserweiterung, Dokumentation und dem Leihverkehr weiterlaufe, das Museum wolle auch „präsent bleiben“. Man verstehe sich derweil als „fliegendes Museum“: Man werde mit kleinen Präsentationen, mit Vorträgen und Workshops immer wieder einmal an verschiedenen Orten im Stadtgebiet auftauchen, wobei sich sicherlich neue und interessante Kooperationen ergeben werden. Und auch im Internet wolle und werde man präsent bleiben – beispielsweise durch eine 360-Grad-Doku der derzeitgen Ausstellungsräume.

Vor allem aber laufen bereits jetzt die Planungen für das neue, größere Museum. Götz war sich sicher: Es werde wieder „etwas sehr Schönes entstehen“. Oder, wie es Kulturreferent Hubert Hierl ausdrückte: „Edel, fein und ganz besonders.“

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