Chaos auf der Stammstrecke: Deswegen verspäten sich die S-Bahnen mehr als 40 Minuten

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Begeistert von der Idee des Carsharing: Martin Hillebrand und Ernst Schrimpff (beide Gründungsmitglieder), Bezirksrat Johannes Becher (Grüne), Landrat Josef Hauner, Jürgen Maguhn, Moosburgs Bürgermeisterin Anita Meinelt und Vereinsvorsitzender Achim Joekel bei der kleinen Feierstunde zum Vereinsjubiläum auf dem Gelände des TSV Jahn.

25 Jahre Stadtteilauto Freising

In die deutschen Autos passt auch noch ganz Frankreich

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Seit 25 Jahren gibt es das Stadtteilauto. Die neun Freisinger, die den Verein 1992 aus der Taufe gehoben hatte, waren landesweite Pioniere. Die Idee des Carsharings, also die Bereitstellung eines Autos für viele, war gerade erst in Berlin etabliert worden. Und so ist Freising eine der ersten Städte der Republik, die am Wochenende auf ein Vierteljahrhundert Stadtteilauto zurückblicken konnten.

Freising – „Das war sehr mutig und vorausschauend in einer Zeit, als Carsharing ein Fremdwort für die meisten Menschen war“, lobte der Freisinger Grünen-Stadtrat Jürgen Maguhn die Vereinsgründer. „Es hat sicher einen ganz langen Atem erfordert, das Projekt, das mit einem Auto anfing, am Leben zu erhalten und langsam, aber stetig auszubauen.“

Die Bilanz ist beachtlich: aus einem Ford Fiesta wurden bis heute 19 Stadtteilautos – 13 in Freising, drei in Moosburg und je eins in Eching, Marzling und Neufahrn. Genutzt wird der Fuhrpark , der von Mini-Fahrzeugen über große Mittelklasse-Fahrzeuge bis zum Neun-Sitzer reicht, heute von 260 Mitgliedern.

Als Werksreferent erwähnte Maguhn auch die fruchtbare Zusammenarbeit des Vereins mit den Stadtwerken. So seien im Liniennetzplan der Stadtbusse die Standorte des Stadtteilautos verzeichnet. Ein MVV-Jahresabo ermögliche zudem eine günstigere Mitgliedschaft im Verein. „Das Stadtteilauto ist ein unverzichtbarer Beitrag zur dringend notwendigen Verkehrswende“, betonte Maguhn. „Es fahren und stehen viel zu viel Autos in unserem Land und in unserer Stadt.“ Immer noch würden 40 Prozent bei einem Arbeitsweg unter fünf Kilometern mit dem Auto zum Job fahren. „Unsere Städte würden aufatmen, wenn allein diese Autofahrten entfielen.“

Grünen-Kreisrat Johannes Becher, der Vereinsmitglied ist, lieferte ebenfalls eine beeindruckende Zahl. „Wir haben derzeit über 45 Millionen Pkw in Deutschland“, sagte der Moosburger, der selbst noch nie ein Auto besessen hat. „Wenn also alle Einwohner der Bundesrepublik gleichzeitig ins Auto steigen würden, dann müsste niemand hinten sitzen. Wir könnten sogar alle Franzosen in die Autos dazusetzen, und alle hätten Platz.“ Diese Vielzahl an Autos sei eine wesentliche Ursache für die Verkehrsprobleme im Land. Daher müssten die Kommunen eine Vorreiterrolle einzunehmen und aktiv mitzumachen. Bechers Fazit: „Je mehr mitmachen, desto dichter wird das Netz an Autos, desto attraktiver wird das Angebot, desto mehr machen mit.“

Zu den Vorreitern zählt der Landkreis Freising, der, wie Landrat Josef Hauner berichtete, nicht nur seit 2009 Mitglied im Verein ist, sondern auch einen Parkplatz zur Verfügung stellt. „Das Stadtteilauto vor dem Landratsamt wird von uns für Dienstfahrten genutzt.“ Der ökologische Vorteil liege auf der Hand: „Bei effektiver Nutzung ersetzt ein Carsharing-Auto etwa sechs private Pkw. Es werden weniger Parkflächen benötigt und die verkehrsbedingten CO2-Emissionen erheblich verringert.“ Das sei ganz im Sinne der vom Landkreis ins Auge gefassten Energiewende.

Klar, dass an einem solchen Feiertag auch genügend Solarenergie vorhanden war: Die Sonne schien, und so war Vereinsvorsitzender Joachim Joekel rundum zufrieden – zumindest fast: „Zehn bis 20 Besucher mehr wären mir recht gewesen.“ Besonders glücklich war er über die Plädoyers der Politiker: „Ich finde es super, wie sie sich für die Idee des Carsharings eingesetzt haben.“

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