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Schneidig anno 1994: Die Lerchenfelder Blasmusik stellte sich vor Beginn des Altstadtfests zum Gruppenfoto.

60 Jahre Lerchenfelder Blasmusik

Alles begann bei einer Halben Bier

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Ihre Wurzeln hat sie eigentlich in Neustift, weil man sich aber gleich nach der Gründung im Grünen Hof einquartierte, heißt man Lerchenfelder Blasmusik. Und das inzwischen schon seit 1957. Seit 60 Jahren also spielen Willibald Lugsch und seine Mannen unter diesem Namen in Freising, im Landkreis und weit darüber hinaus, halten die Fahne der Volksmusik auf Festen und Veranstaltungen hoch.

Freising – Im „Deutschen Haus“, dem heutigen und derzeit geschlossenen Abseits, saßen Hans Rottmeier, Erwin Kaiser, Willibald Lugsch und Robert Schlecht 1957 zusammen und hatten bei einer Halben Bier eine zündende Idee: Eine Musikkapelle wollte man ins Leben rufen. Schnell wurde man größer, fand beim Krieger- und Soldatenverein Lerchenfeld eine neue Heimstatt. 1963 übernahm Lugsch die Leitung des Orchesters. Und Lugsch ist bis heute der Chef der Lerchenfelder Kapelle, die seit Jahrzehnten immer wieder für Volksfest-Standkonzerte, Vereinsjubiläen, Fahnenweihen und Festzüge engagiert wird.

Höhepunkte in der Geschichte waren eine Reise nach Rom, wo man 1969 auf Einladung von Prälat Michael Höck in St. Oreste aufspielte, oder auch – im selben Jahr – der erste Auftritt einer Freisinger Kapelle im Volksfestzelt. Doch sogar den Sprung über den großen Teich hat die Lerchenfelder Blasmusik geschafft, als sie 1976 auf eine Auslandstournee nach El Paso/Texas eingeladen wurde, wo sie beim „Oktoberfest“ in Fort Bliss vor deutschen Soldaten spielte. Und weil der Auftritt des Ensembles so ein großer Erfolg war, wurde man 1979 und 1982 gleich nochmal verpflichtet.

30 Jahre früher, im Jahr 1964, präsentierte die Kapelle vor dem Grünen Hof in Lerchenfeld ihre neuen Lederhosen – und ihr vollständiges Instrumentarium.

Der Bekanntheitsgrad stieg, die „Lerchenfelder Blasmusik“ hatte immer mehr Einsätze bei Hopfenfesten, Vereinsjubiläen und Standkonzerten – und tat das mit großer Freude und Gaudi. Dabei hatte man es sich zur Aufgabe gemacht, junge Musiker in das Ensemble zu integrieren, das erreichte Niveau zu festigen und die Tradition zu bewahren. Allerdings, so berichtet Lugsch, betreibe man jetzt die Rekrutierung des Nachwuchses nicht sehr offensiv. Schließlich wolle man der Stadtkapelle Freising keine Konkurrenz machen. „Die sind auch wirklich gut“, lobt Lugsch die andere Blascombo aus Freising unter Leitung von Jürgen Wüst.

Dass die Lerchenfelder Blasmusik seit 60 Jahren zusammenhält, ist wahrlich nicht selbstverständlich und um so erstaunlicher, als es sich ja um keinen Verein handelt. Allein die Freude an der Musik ist es, die die Gleichgesinnten vereint. Und sogar drei Gründungsmitglieder sind noch aktiv.

Geprobt wird nicht nur für das runde Dutzend Auftritte, die die Lerchenfelder Musiker pro Jahr noch absolvieren, sondern auch für das Ziel zum Jubiläum eine schöne Festmesse gestalten zu können: Am Sonntag, 14. Mai, wird man bei einem Gottesdienst mit Pfarrer Guido Anneser in der Lerchenfelder Kirche diese Messe spielen, dabei der verstorbenen Musiker gedenken. Anschließend trifft sich das Orchester zum Mittagessen im Grünen Hof mit vielen Ehemaligen, bei guter Unterhaltung und einer Filmvorführung. Zu hören sein wird die Lerchenfelder Blasmusik auch beim Standkonzert am Marienplatz am 3. September.

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