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„Das ist eine Stätte voll schöner Erinnerungen für die ältere Generation“: Gisela Zinkernagel.

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Abseits: 25 Stadträte haben Unterstützer-Liste unterschrieben

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Freising - Bereits im vergangenen Jahr haben 25 Lokalpolitiker auf einer Unterstützer-Liste für das Abseits unterschrieben. Jetzt erinnert die Initiatorin die Repräsentanten an ihr Versprechen von einst.

Soll noch jemand behaupten, dass Rentner langsam sind. Gisela Zinkernagel ist 79 Jahre alt – und schnell. Noch bevor der Abseitsverein gegründet wurde, ja noch bevor die Kneipe in Neustift überhaupt geschlossen wurde, hat die Freisingerin bereits eine Unterschriftenaktion für die Stätte initiiert. Bei den 25 Personen, die ihrer Aufforderung im Sommer 2015 gefolgt sind und die Liste „für den Erhalt des Abseits“ signiert haben, handelt es sich nicht um irgendwelche Bürger, sondern um Mitglieder des Stadtrats. „Ich habe die Unterstützer-Liste im Sommer 2015 im Stadtrat herumgehen lassen“, berichtet Gisela Zinkernagel dem FT. „Jetzt möchte ich jene, die unterschrieben haben, an ihr Versprechen von damals erinnern.“

Die Unterstützer sind auf der Liste in der Mehrheit

Wenn sich alle, die ihr Autogramm auf die Liste gesetzt haben, daran gebunden fühlen, würde das die Rettung des Abseits bedeuten – in welcher Art auch immer. Denn in dem 41-köpfigen Gremium (inklusive OB Tobias Eschenbacher) bilden die 25 Unterstützer die Mehrheit. Das bedeutet: Auf der Zinkernagel-Skala hat das Abseits bereits gewonnen.

Interessant ist, wer sich auf der Liste, die dem FT vorliegt, alles verewigt hat. Die Fraktionen der FW und der ÖDP haben geschlossen unterschrieben, Freisinger Mitte und die Grünen in großer Stärke. Auch die einzige FDP-Rätin Anna-Maria Sahlmüller hat ihren Zuspruch demonstriert. Die SPD hielt sich hingegen zurück. Nur Helmut Weinzierl griff zum Stift. Von der Linken gibt es keine Unterschrift. Besonders interessant ist der Blick auf die CSU: Vier von sechs Fraktionsmitgliedern haben die Liste signiert. Das ist insofern delikat, da die CSU im Finanzausschuss Ende Oktober gegen jegliche städtische Finanzspritze für den Abseits-Verein votiert hatte. Und verkehrte Welt: Während Peter Geiger (CSU) seine Unterschrift gegeben hat, obwohl er sich in einem Gastbeitrag im FT gegen eine öffentliche Finanzhilfe ausgesprochen hat, fehlt das Autogramm von Sebastian Habermeyer (Grüne), der in unserer Zeitung ein Plädoyer für das Abseits verfasst hat.

Keine Suffbude, sondern eine Kulturkatakombe

Eines ist Gisela Zinkernagel besonders wichtig: dass es sich beim Abseits nicht um eine Suffbude für Studenten handle, wie es in manch Leserbrief dargestellt werde. „Das ist eine Stätte voll schöner Erinnerungen für die ältere Generation und ein beliebter Treffpunkt der Jüngeren, die ihre Kulturkatakombe lieben und schätzen“, betont die Rentnerin. „Ich bin sicher, dass eine Nutzung gefunden werden kann, die den Ort als kostbar und erhaltenswert auszeichnet.“

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