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Seit Monaten kämpft ein Förderverein um den Erhalt des Abseits – etwa mit der Aktion, als man den Eigentümer Graf Guy von Moy einen Schloss-Besuch abstattete.

Es steht Spitz auf Knopf

Abseits-Rettung: Alles hängt vom Darlehen der Stadt ab

Freising - Das Abseits steht auf der Kippe. Dem Verein zum Erhalt der Freisinger Kneipe fehlt es an Kapital. Um die Immobilie kaufen zu können, ist man auf ein Darlehen der Stadt angewiesen. Die (Vor-)Entscheidung darüber steht am Montag im Finanzausschuss an. Klar ist: Es wird eng.

Der Vorsitzende des Abseitsvereins, Norbert Bürger, schlägt Alarm. Ohne ein zinsloses Millionen-Darlehen der Stadt ist die Neusitfter Kult-Kneipe nicht zu retten – an einen von Eigentümer Graf Guy von Moy in Aussicht gestellten Kauf nicht zu denken.

Norbert Bürger

Die Verhandlungen über den Kaufpreis, der irgendwo zischen einer und 1,5 Millionen Euro liegen dürfte, waren zuletzt ins Stocken geraten. Zur Höhe der Kaufsumme und zum Stand der Verhandlungen will sich der Vereinsvorsitzende nicht äußern. „Zahlen kann ich nicht nennen“, sagte Bürger am Donnerstag in einem Gespräch mit dem FT. „Auf jeden Fall ist klar, dass es jetzt davon abhängt, was in der Stadt passiert. Das muss man halt abwarten. Dann wird sich zeigen, ob es klappt oder nicht.“

Der Vorsitzende verweist indes auf 300 Mitglieder und auf 40 000 Euro, die aus Beiträgen, Spenden und Aktionen des Vereins stammen. „Das ist eine Leistung. Der Abseits e. V. hat alles gegeben, ein dreiviertel Jahr geackert, um die Stadt Freising kulturell zu beleben“, sagt Bürger. Eine Rettung hält er nach wie vor für möglich.

Der Frontman verweist auf eine vereinseigene Finanzgruppe, auf mögliche Privatdarlehen und Förderungen, die er in der Hinterhand habe. All das könnte greifen und funktionieren. „Aber nur, wenn die Stadt Freising jetzt auch alles möglich macht“, stellt er klar.

Bürger betont: „Es geht nicht darum, dass wir Geld geschenkt kriegen, sondern es geht um ein Darlehen.“ Die Gastronomie zu unterstützen, wie bereits kritisiert, sei ebenfalls nicht der Punkt, sondern, dass das Kulturzentrum Unterstützung erfährt. „Darum geht es“, bekräftigt er und fügt an: „Das ist eine gemeinnützige Sache. Gastro, das ist Nebensache.“

Bürger, der Musiker und Kabarettist ist, stellt heraus, dass es sich beim Abseits eben um ein „Kulturzentrum“ handelt. Eines, das in 40 Jahren gewachsen ist, in dem Talente gefördert und TV-Stars wie Harald Schmidt ihre ersten Gehversuche gemacht haben.

„Das Abseits ist so eine Bühne, wo junge Musiker, wo Musik und Kunst wachsen, sich entwickeln können“, betont er. Und er legt nach: „Das nennt man Subkultur. Ohne Subkultur gibt es keine Kultur und auch keine Hochkultur.“ Im Abseits sei genau der Platz für so eine Kultur-Szene vorhanden. Ihm schweben nicht nur Kneipe und Saal, sondern auch noch ein kleiner Saal im Nebengebäude, Studios und Räume für Workshops vor. Alles denkbar. Aber eben nur, wenn man die Immobilie erwerben kann. Andernfalls sieht Bürger schwarz: „Wenn so etwas wegfällt, dann wird es bald keine Musiker und Künstler mehr geben.“

Alexander Fischer

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