Das Schicksal der Kulturkneipe Abseits dürfte sich am Donnerstag entscheiden. Dann tagt der Freisinger Stadtrat.

Stadtrat hat das letzte Wort

Abseits: Zittern um Freisinger Kulturkneipe geht weiter

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Freising - Die Hoffnung stirbt zuletzt. Der Finanzausschuss hat am Montag für die Rettung des Abseits zwar positive Signale ausgesendet. Aber die Hängepartie für das Abseits geht weiter.

Das Abseits ist seinem Fortbestand ein Stück näher gekommen. Ein kleines Stück, das vielleicht zu klein ist. Der Finanzausschuss hat am Montagabend dem Verein Abseits zum Erhalt der Kult- und Kulturkneipe grundsätzlich ein zinsloses Darlehen und einen Investitionskostenzuschuss von jeweils zehn Prozent sowie eine Bürgschaft über den Restbetrag in Aussicht gestellt. Der Haken: Diese Förderung bezieht sich nicht auf die geschätzten Gesamtkosten für Kauf und Sanierung des Gesamtkomplexes in Höhe von 2,85 Millionen Euro, sondern nur auf die Kosten, die für den Kulturbetrieb ausgegeben werden.

OB Tobias Eschenbacher begründete diesen Vorschlag damit, dass man sich an der Zuschusspraxis für Sportvereine orientieren müsse, um überhaupt eine Chance auf die rechtsaufsichtliche Genehmigung zu bekommen. Denn die anderen Teile – der Kneipenbetrieb und die Vermietung von Wohnungen – seien wirtschaftlicher Betrieb und dürften von der Stadt mit Sicherheit nicht gefördert werden.

Dennoch: Eva Bönig (Grüne) und Guido Hoyer (Linke) sprachen sich dafür aus, dass man den ursprünglichen Antrag des Vereins auf eine Bürgschaft in Höhe von 1,8 Millionen Euro bewillige. Grund: Mit dieser vorgeschlagenen „10-plus-10-plus-Bürgschaft“-Lösung mache man zwar einen Schritt, aber einen „Schritt ins Leere“, weil diese Summe zum Kauf und Erhalt des Abseits nicht ausreichen werde. Das Kulturangebot im Abseits und das Ansinnen des Vereins seien „ein Geschenk für die Stadt“, so begründete Hoyer den Antrag.

Reinhard Fiedler (FSM) wies auf ein anderes Problem hin: Wenn der Vorschlag der Verwaltung tatsächlich nicht reiche, um das Abseits zu retten, dann sei das den „Präzedenzfall“, den man mit diesem Beschluss schaffe – die Ausweitung der Förderung von Investitionen von Sport- auf Kulturvereine – nicht wert. Dann solle man dem Verein lieber gar kein Geld geben. Auf Fiedlers Antrag hin wurde die Sitzung zur Beratung und Befragung der Vereinsvertreter unterbrochen.

Während Benno Zierer und den FW die vorgelegten Zahlen noch zu „vage“ waren, um einer Förderung zuzustimmen, war die CSU gegen jegliche finanzielle Unterstützung, weil man angesichts aller bevorstehenden Aufgaben keinen solchen Präzedenzfall schaffen wollte. Zudem, so Rudolf Schwaiger, wäre es „unfair“, dem Verein jetzt etwas in Aussicht zu stellen, was im Falle der 1,8 Millionen-Bürgschaft die Rechtsaufsicht garantiert ablehne, im Falle der 10-plus-10-Regelung vielleicht auch nicht genehmige.

Nachdem Vereinsvorsitzender Norbert Bürger in der Pause erklärt hatte, die 10-plus-10-Regelung allein genüge nicht, wurde zunächst über Bönigs Antrag auf ein zinsloses Darlehen in Höhe von 1,8 Millionen Euro abgestimmt. Er wurde mit 5:9 Stimmen abgelehnt. Die Bürgschaft für den Restbetrag der Kosten – aber nur für den Kulturbereich – wurde daraufhin mit 8:6 Stimmen genehmigt. Investitionskostenzuschuss und zinsloses Darlehen in Höhe von zehn Prozent der für den Kulturbereich herausgerechneten Kosten wurden ebenfalls mit 8:6 Stimmen abgesegnet.

Ob damit dem Verein geholfen ist? Bürger legte nach der Sitzung die Stirn in Falten, wusste auch nicht so recht, was er davon halten sollte. Doch eine Hoffnung bleibt noch: Der Stadtrat muss über die Materie ebenfalls noch beraten und beschließen.

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