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In Hochform: (v. l.) Onkel Andi (Helmut Karl), Eva Schreiner (Julia Schembera), Ludwig Schreiner (Richard Brückl), Klara-Soraya (Anna-Lena Obermeier), Johanna Schreiner (Daniela Lederer ) und Tante Erne (Claudia Brandstetter).

Spritzige Komödie der Irrungen

Absoluter Lacherfolg: Theater Attaching zeigt „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“

„Wo gehobelt wird, da fallen Späne“ heißt das neue Stück des Attachinger Theaters. Im Lauf der spritzigen Komödie sind etliche Lacher garantiert.

Attaching – Die Tochter soll es mal besser haben, der Papa, ein Schreinermeister, wäre so gern Schwiegervater eines Akademikers oder Unternehmers. Doch das Töchterchen liebt – genau: einen Schreiner. Wenn das die Ausgangslage für eine Komödie von Toni Lauerer ist, wenn das auf der Bühne des Attachinger Theaters gespielt wird und wenn vorher und dazwischen „Die Griabigen“ zünftig aufspielen, dann kann man sich denken, dass es zu allerlei Verwirrungen, zu turbulenten Szenen und zu viel Irrungen kommt.

„Wo gehobelt wird, da fallen Späne“ heißt das Stück, mit dem das Attachinger Ensemble unter Regie von Günther Brückl am Samstag seine 17. Saison eröffnet hat. Der, der seine Frau in den Wahnsinn treibt („Im Prinzip ist fast alles Weiberarbeit“), dann aber durch die List seine Tochter Eva selbst dem Wahnsinn nahe kommt, ist der Schreinermeister mit Namen Ludwig Schreiner. Gespielt wird er von Richard Brückl, dessen TV-erprobte Schauspielkunst es alleine schon wert wäre, die Attachinger Inszenierung zu besuchen.

Doch da sind noch viele andere Darsteller, die mit dem Dreiakter einen köstlichen Theaterabend bieten: Daniela Lederer spielt die Ehefrau des grantelnden Schreinermeisters, kann dabei auch ganz schön zurückkeifen, ohne dass diese Attitüde jemals übertrieben oder polternd daherkommt. Und dann ist da Julia Schembera als Schreiner-Tochter Eva, die es unter kräftiger Mithilfe ihres Onkels Andi (gespielt von Helmut Karl) und besonders ihrem guten Freund Franz (gleich in drei Rollen als Arzt, Jurist und Unternehmer Florian Schweikl) schafft, dem lieben Papa den Schreiner Alex (Michael Plank) unterzujubeln.

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Sie alle verstehen es, mit 114 Zaunlatten, die der Schreinermeister noch streichen muss, mit dem klassischen deutschen Drama, das die Eva studiert, und mit Schundromanen, die die Tante Erna (wunderbar: Claudia Brandstetter) liest, das Publikum glänzend zu unterhalten. Dazu noch Barbara Brückl-Hein als geschwätzige, Hochdeutsch und blasiert daherredende Nachbarin Franziska und Anna-Lena Obermeier als deren flippige Tochter Klara-Soraya (nicht: Klara-so-teuer) – fertig ist ein Ensemble, das durchaus auch laut und schnell und deftig spielen kann, es dabei aber nie überzieht, nie ins Polternde und nie in den Klamauk verfällt, sondern immer das bewahrt, was Tante Erna als „das Ding“ bezeichnet: Niveau. „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“ ist unbedingt einen Besuch wert.

Gut zu wissen

Möglichkeiten dazu, das Stück zu erleben (Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr) gibt es noch genug: Samstag, 13. April; Sonntag, 14. April; Ostersonntag, 21., und Ostermontag, 22. April; Freitag, 26. April; Sonntag, 28. April (15 und 19.30 Uhr); Dienstag, 30. April; Freitag, 3., und Samstag, 4. Mai.

Karten gibt es bei Lebensmittel Ziegltrum (Dorfstraße) und an der Abendkasse im Schulhaus.

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