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Sie werden gebraucht: (v. l.) Doris Hofmann, Marita Torkar und Christine Kömpel von Donum Vitae.

Angst vor einem eigenen Kind

Abtreibung: Zahl der Frauen, die zu Donum Vitae kommen, nimmt zu 

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Die Zahl der Schwangerschaftskonflikte nimmt zu. Das berichten die Beraterinnen von Donum Vitae – und räumen zugleich mit einem Vorurteil auf.

Freising – 130 Frauen waren es 2016, die in einem Schwangerschaftskonflikt Hilfe bei Donum Vitae gesucht haben, 2017 kamen 165 Frauen mit insgesamt 173 Beratungsterminen. Das berichteten die beiden Leiterinnen der Schwangerenberatung in Freising, Doris Hofmann und Marita Torka, sowie die Bevollmächtigte des Vereins, Christine Kömpel bei einem Pressegespräch. 51 Prozent der Frauen, die wegen einer beabsichtigten Abtreibung kommen, sind verheiratet oder haben einen festen Partner. „Es betrifft also nicht, wie viele meinen, hauptsächlich junge Leute, die die Verhütung nicht ernst nehmen würden“, betonte Hofmann. „Jeder kann in die Situation geraten – alle Altersgruppen, Konfessionen oder Nationalitäten.“

Hauptgrund Nummer Eins für den Wunsch eines Schwangerschaftsabbruchs ist laut Hofmann psychische oder physische Überforderung. Das könne an Partnerschaftsproblemen liegen, an einem mangelhaften sozialen Umfeld oder auch daran, dass es in der Familie schon Kinder gibt. Hauptgrund Nummer Zwei sind Zukunftsängste. Dazu zählte Hofmann finanzielle Probleme, die Wohnungsproblematik, aber auch die Frage: Kann ich in diese Welt noch ein Kind setzen?

Eltern von Sternenkinder bekommen Zeremonie auf dem Waldfriedhof

Betreut werden von Donum Vitae aber viel mehr Menschen, zum Beispiel Paare, deren Kinderwunsch nicht in Erfüllung geht, oder Eltern, die ihr Baby während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt verlieren. Auf dem Waldfriedhof gibt es bereits eine Gedenkstätte für die sogenannten Sternenkinder – Babys, die unter einem Gewicht von 500 Gramm tot geboren werden. Doch erst ab diesem Jahr gibt es eine Zu-Ruhe-Bettung im Beisein der Eltern, wie Kömpel berichtet. „Viele Betroffene hat der anonyme Charakter nicht gefallen. Für sie war es einfach wichtig, dass sie mehr Bezug zu dem Ort bekommen, an dem ihr Kind liegt.“ Der Dank von Marita Torka galt dabei auch dem Seelsorger des Klinikums Freising und dem Bestattungsinstitut Wimmer, das den Waldfriedhof betreut. Sie hätten diese Zeremonie mitermöglicht. Die nächste Zu-Ruhe-Bettung findet am 4. Juli um 16.30 Uhr statt.

Alle Zahlen

2017 gab es bei Donum Vitae 2171 Beratungen:

Schwangerschaftskonfliktberatung: 173

Allgemeine Schwangerschaftsberatung: 786

Pränataldiagnostik: 12

vertrauliche Geburt: 1

nachgehende Betreuung ab Geburt: 1135
nachgehende Betreuung nach Schwangerschaftsabbruch: 2
Prävention, Sexualaufklärung: 28

Kinderwunschberatung: 13

Sonstige Beratung: 21

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