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Unter dem bundesweiten Durchschnitt: Laut ADFC hat Freising in Sachen Fahrradfreundlichkeit noch Luft nach oben – etwa, was die Breite der Radwege anbelangt.

ADFC veröffentlicht neueste Erhebung  

Fahrradklima-Test: Freising erhält Schulnote 4,0

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In Freising werde allgemein zu wenig für den Radverkehr getan: Das zumindest weist der neueste ADFC-Fahrradklimatest aus. Bundesweit liegt die Radlstadt unter dem Durchschnitt und bekommt die Note 4,0. Der Nachbar Moosburg liegt genau im Bundesdurchschnitt.

Freising – Mit dem Fahrradklimatest fragt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) regelmäßig die Fahrradfreundlichkeit der Städte und Gemeinden in Deutschland ab. Anhand von 22 Fragen können die Bürger die Fahrradfreundlichkeit ihre Kommune bewerten. „Mit Freising und Moosburg beteiligten sich in zwei der 24 Landkreiskommunen ausreichend Bürger, damit der Test statistisch signifikant ausgewertet werden konnte“, berichtet Michael Stanglmeier, Vorsitzender des ADFC-Kreisverbands Freising.

Mit einer Gesamtnote von 3,7 erzielte Moosburg punktgenau die Durchschnittsnote aller Städte in seiner Größenklasse und erklomm Platz 28 von 51. Freising schnitt mit 4,0 etwas schlechter ab und erreichte Platz 38. Zum Vergleich: Die beste bayerische Stadt unter 50 000 Einwohnern ist Gunzenhausen mit einer Note von 2,75.

Sowohl in Freising als auch in Moosburg wurde die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums positiv bewertet, ebenso dass alle Ziele in der Stadt zügig mit dem Rad erreichbar sind. Moosburg lag in beiden Kategorien mit Noten von 2,3 und 2,5 knapp vor Freising mit 2,5 und 2,8. Positiv bewertet wurde in beiden Städten auch, dass alle Bevölkerungsgruppen das Rad benutzen. „Dies zeigt das große Potenzial, das der Radverkehr in beiden Städten hat“, sagt Stanglmaier.

Besonders bemängelt wurde in Moosburg, dass Falschparker auf Radwegen großzügig geduldet würden (4,5), Ampelschaltungen schlecht auf Radfahrer abgestimmt (4,4), Wege für Radfahrer oft zu schmal (4,2) oder in einem schlechten baulichen Zustand (4,0) seien. Auf die Frage, ob Fahrradfahren in Moosburg Stress sei, erhielt die Stadt mit einer glatten 3,0 eine zufriedenstellende Note. „Besonders erfreulich“ nennt der Kreisverbands-Vorsitzende die auffallende Verbesserung seit der Umfrage von 2008, als Moosburg noch eine 3,8 erhalten hatte.

Deutlich schlechter schnitt die Domstadt bei dieser Frage ab, die mit 3,5 gerade noch ein ausreichend erzielte und auch unter den bayerischen Durchschnitt (3,0) fiel. Am stärksten wurde in Freising bemängelt, dass Radwege oft zu schmal seien (4,8), das Zuparken von Radwegen geduldet werde (4,7), junge und ältere Menschen nicht sicher auf Radwegen fahren könnten (4,6), Ampelschaltungen nicht auf Radfahrer abgestimmt seien (4,5), wenig für den Radverkehr getan werde (4,4) und keine Werbung pro Radverkehr stattfinde (4,2).

Die Zahl der Fahrraddiebstähle wurde sowohl in Moosburg (4,3) als auch in Freising (4,7) deutlich kritischer gesehen als im bayerischen Durchschnitt (3,7). Große Hoffnung setzt der ADFC in Moosburg in das Fuß- und Radverkehrskonzept, das derzeit erstellt wird. Dessen Umsetzung sei zudem Voraussetzung dafür, dass Moosburg die Zertifizierung als fahrradfreundliche Kommune schaffe. Auch in Freising müssten dafür noch wichtige Maßnahmen u mgesetzt werden. Die Förderung des Fahrrads leiste einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende im Landkreis. Schließlich, so Stanglmaier abschließend, „kann mit keiner anderen Maßnahme auf kommunaler Ebene mehr erreicht werden als mit dem Ausbau des Radverkehrs“. 

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