Der Landfrauenchor bei einem seiner Auftritte vor 2020.
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Seit 45 Jahren trifft sich der Landfrauenchor einmal pro Woche, um zu proben. Zu hören gibt’s den Chor bei Maiandachten, am Kreisbauern- und Landfrauentag sowie Advents- und Weihnachtsfeiern. Doch heuer ist das alles ausgefallen.

Corona-Krise trifft auch Sängerinnen

Keine Auftritte, keine Treffen: Wie der Landfrauenchor leidet

Sie hatten schon für die Maiandacht geprobt - doch dann kam die Absage. Seitdem ist der Landfrauenchor in diesem Jahr nicht mehr aufgetreten.

Landkreis – Das Musizieren hat sie zusammengeschweißt: Die Sängerinnen des Landfrauenchors im Kreisverband des Bayerischen Bauernverbandes kommen seit 1975, dem Gründungsjahr des Chores, zusammen. Einmal die Woche lassen sie die Arbeit am Hof für einige Stunden ruhen. Sie kommen aus dem ganzen Landkreis und nehmen oft einen weiten Weg zu den Proben auf sich. Wer einmal angefangen, will gar nicht mehr damit aufhören. Darüber sind dich die Bäuerinnen einig. Doch heuer war alles anders.

Maiandachten, musikalische Geburtstagsständchen, Kreisbauern- und Landfrauentag, Freundschaftssingen mit Landfrauenchören aus anderen Landkreisen oder Advents- und Weihnachtsfeiern: bei all diesen festen Terminen im Jahr haben die Freisinger Landfrauen bisher ihr breites Repertoire präsentiert. Bei den gemeinsamen Singstunden ging es aber immer um weit mehr als nur um das Musizieren. Die Frauen pflegten damit Traditionen, erhielten bäuerliche Kultur und regionales Liedgut am Leben. Ganz wichtig sei aber auch der Spaß und die Abwechslung, die die gemeinsamen Auftritte garantierten. „Alles ist heuer ausgefallen“, sagt Chorbetreuerin Marille Thalmair aus Aiterbach enttäuscht.

Thalmair: „Es geht uns unglaublich ab, dass wir nicht mehr z‘sammkommen.“

Die 65-Jährige ist eine der Frauen, die von Beginn an dabei waren. „Wir hatten schon fleißig geprobt für die Landkreismaiandacht, plötzlich hieß es, wir dürfen nicht mehr singen.“ Alle Jahre im Mai findet die zentrale Maiandacht statt, die der Kreisverband des Bayerischen Bauernverbands jeweils in einer anderen Gemeinde ausrichtet. „Über die Jahre schweißt das zusammen“, sagt Thalmair. „Es geht uns unglaublich ab, dass wir nicht mehr z‘sammkommen.“

Man hoffe auf das nächste Jahr, sagt BBV-Geschäftsführer Gerhard Stock. Derzeit singen rund 20 Frauen im Chor. Neumitglieder seien natürlich gerne gesehen, sagt Thalmair.

Maria Martin

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