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Das treue Publikum des Alpenländischen Adventsingens zog vom Asamsaal in die Luitpoldhalle um – und bereute es nicht.

Alpenländisches Adventsingen des Freisinger Tagblatts

Feinste Volksmusik im neuen Kulturtempel

Sozusagen in neuem Gewand kam das Alpenländische Adventsingen des Freisinger Tagblatts am Sonntag daher. Die ansonsten überaus nüchtern wirkende Luitpoldhalle war ganz in blau gewandet – und die Akteure taten das Ihre dazu, dass auch dieses adventliche Singen beim Publikum begeistert aufgenommen wurde.

Glockenklare Stimmen mit Lenggrieser Einschlag: Die Sagschneider Madln singen in der Champions League.

Freising Die Samerberger Weisenbläser – Klaus Auer (Basstrompete), Hansi Bauer und Markus Stadler (Flügelhörner) sowie Martin Weyerer (Tuba) – begrüßten mit einer sauber geblasenen Weise, wie sie sie später noch mehrere Male zu Gehör brachten. Dann versprach Redaktionsleiter Helmut Hobmaier „feine musikalische Nuancen“ in der „vom hässlichen Entlein zum Kulturtempel“ mutierten Luitpoldhalle – und sollte nicht übertrieben haben. Organisatorin Maria Hohlneicher-Kämmerling bekam für ihre unschätzbaren Dienste den entsprechenden Applaus.

Das Adventsingen des Tagblatts zugunsten der Aktion „Menschen in Not“ hat ja einen festen Stamm an Besuchern – und doch kommen immer wieder neue Volksmusikfreunde dazu. Die Neuen erkannte man diesmal, weil sie bei ersten Stückeln noch zaghaft Beifall spendeten, bis auch sie erkannten, dass man beim Adventsingen erst am Schluss applaudiert – dafür umso länger.

Die Sagschneider Madln sind drei Schwestern aus Lenggries: Vroni Krug sowie Annett und Johanna Schambeck, geprägt vom musikalischen Elternhaus, singen seit 2000 als Dreigsang. Sie begleiten sich selber auf der Gitarre – und ihr erstes Gastspiel in Freising gereichte zum höchst erfolgreichen Auftritt.

Der Bayerische Rundfunk – hier ein Blick in den Übertragungswagen, wo Toningenieurin Kirsten Ermeler zugange ist – schnitt das Singen mit. Die Sendung ist am Freitag um 19.05 Uhr im Digitalradio auf Bayern Heimat (nach)zuhören.

Vier g’standene Mannsbilder sind die Reichersdorfer Sänger Schorsch Berwanger und die Brüder Georg, Hans und Klaus Ellmeier. Sie kommen aus dem Miesbacher Oberland und singen seit 1988 zusammen. Geprägt von ihrer Heimat pflegen sie das traditionelle Liedgut.

Kräftige Mannsbilder, feine Musikanten: Das sind die Samerberger Weisenbläser, die bei jedem Adventsingen ganz besondere Akzente setzen.

 Das beherrschen auch Rudi Ritter aus Schleching, Franz Huber und Bernhard Frei an der Zither und Franz Anzinger mit seiner Kontragitarre. Als Hirschberg Zithermusi musizieren sie seit 1991 zusammen – und das mit nicht nachlassender Leidenschaft. Dieses Mal war Stefan Semoff als Sprecher dabei.

Für unverfälschtes bayerisches Liedgut stehen die stimmgewaltigen Reichersdorfer Sänger.

 Der Radiomann vom Bayerischen Rundfunk, von der traditionellen Volksmusiksendung in Bayern 1 auf Bayern Heimat verbannt, spannte in seinen Texten einen weiten Bogen von Geschichten zum Schmunzeln bis in die Jetztzeit: „Ich bin gespannt, wie lange der Herrgott dem Treiben noch zuschaut, wie wir mit der Welt umgehen“. Bezugnehmend auf das Lied der Reichersdorfer Sänger „Der Himmel, der ist zugesperrt. Verloren ist das Paradeis, Kyrie eleis“ meinte Semhof, das treffe es ziemlich genau, wenn man an Aleppo, Kim Jong Un oder Donald Trump denke. Texte von Helmut Zöpfl, Annette Thoma und anderen waren eine gelungene Verbindung zu den musikalischen Darbietungen.

Am Ende war das Publikum selber gefragt, als gemeinsam der Andachtsjodler, angestimmt von den Sagschneider Madln, gesungen wurde. Das Adventsingen 2017 reihte sich also nahtlos in die Serie der vorangegangenen hervorragenden Konzerte ein – auch wenn ob des Veranstaltungsorts im Vorfeld eine gewisse Skepsis aufgekommen war. Zu Unrecht.                                                       Heinz Mettig

Das Singen wurdeaufgezeichnet undist am Freitag zu hören

Wer wissen möchte, was er am Sonntag live versäumt hat, hat am Freitag. 15. Dezember, um 19.05 Uhr, Gelegenheit, auf „Bayern Heimat“ (Digitalradio) das Tagblatt-Adventsingen nachzuhören. Der Bayerische Rundfunk war mit einem Übertragungswagen vor Ort und zeichnete das Singen auf.

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