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Früher Lausbub, heute Buchautor: Franz Xaver Brunngartner hat seine abenteuerliche Kindheit in Freising aufgeschrieben. 

Ehemaliger Freisinger veröffentlicht Buch

Als Lausbub im Seilerbrückl...

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Aus dem Lausbuam ist ein Autor geworden. Franz Xaver Brunngartner (64) hat ein Buch über seine abenteuerliche Kindheit in Freising geschrieben - er erlebte Isar-Abenteuer statt Luxus und Urlaub.

Freising – Franz Xaver Brunngartner (64) ist mit seinen zwei Brüdern, einer Schwester und seiner alleinerziehenden Mutter in der Nachkriegszeit im Freisinger Seilerbrückl aufgewachsen: „Da ist Freising noch in Trümmern gelegen, da ging es weniger um das Materielle.“ Sondern? 

Brunngartner: „Bei uns war es eigentlich normal, dass jede Woche ein anderer im Krankenhaus gelandet ist“

„Wir sind da von der Schule heim, haben den Ranzen weggeschmissen und dann ging’s an und in die Isar oder in die Isarauen“, grinst er: „Wir haben da ganz viele Streiche erlebt“, sagt der Lausbub von einst. Vor sieben Jahren hat er begonnen seine Erinnerungen aufzuschreiben (wir haben berichtet) – nun hält er sein Buch in den Händen.

Angelehnt an Ludwig Thomas Klassiker heißt es „Freisinger Lausbuamgeschichten“, Untertitel: „Die Streiche des Franz Xaver“, darin sind die Lausbubengeschichten gesammelt, die er damals mit seinen Brüdern Hansi und Heli erlebt hat: „Bei uns war es eigentlich normal, dass jede Woche ein anderer im Krankenhaus gelandet ist“, sagt er und lacht. 

Noch heute hat er eine große Brandnarbe am rechten Oberarm: „Da habe ich mir im Waschhaus die Waschlauge drübergeschüttet“, sagt Brunngartner: „Es sind vor allem lustige Geschichten, aber manchmal bleibt einem das Schmunzeln im Halse stecken.“

Isar-Abenteuer statt Handy und Luxus

Mittlerweile lebt Brunngartner im Landkreis Straubing, ist Finanzberater, die ersten 18 Jahre hat er in Freising erlebt. Seine Kindheit bis zur Lehre als Schriftsetzer erzählt er in etwa 100 Buchkapiteln auf 216 Seiten. 

Er erinnert sich dabei an jene Zeiten, als „sich die Seilerbrückl’sche Verkehrsdichte aus überschaubaren drei Autos zusammensetzte“, erzählt über die Weltmeisterschaft im Seilerbrückl-Rugby und die eigene Krankenschwester der drei Brüder im Freisinger Krankenhaus: „Vor allem für die Freisinger könnten unsere Geschichten interessant sein, sie könnten sich da wiederentdecken.“

Wie kam die Idee zum Buch? 

Illustriert sind die Geschichten mit Fotos vor allem aus dem Familienalbum, von den „Isarindianern“, Lausbuam in Lederhosen oder Brunngartners erster Limousine ein „Kadett B“.

Die Idee hinter dem Buch? „Das waren eigentlich meine zwei Töchter“, sagt Brunngartner: „Manchmal ist es mir ein Rätsel, wie wir großgeworden sind, wenn ich die Kinder von heute bei dem ganzen Luxus, Handys und Urlaubsreisen etc. aufwachsen sehe.“ Brunngartners Buch ist ein Gegensatz dazu: Die Erinnerung an eine einfache, aber schöne Zeit.

Doch bis zur gedruckten Ausgabe war es ein langer Weg, sagt der Autor: Erst hat er die Geschichten geschrieben, Korrektur gelesen - und danach vergeblich einen Verlag gesucht. Deshalb hat er seine Lausbuamgeschichten über das Internetportal Print-on-Demand drucken lassen und gibt sein Buch in Eigenregie heraus: „Das ist schon ein schönes Gefühl“, sagt er. Sein nächstes Werk ist auch schon in Arbeit - ein Krimi - „Mords Sport“ heißt es: Todesfälle und andere Unannehmlichkeiten.

Gut zu wissen

Das Buch mit dem Titel „Freisinger Lausbuamgeschichten – Die Streiche des Franz Xaver“ gibt es für 14,90 Euro in den Freisinger Buchhandlungen Pustet und Rupprecht, bei Feinkost Hofmair und bei Autor Franz Xaver Brunngartner unter info@brunngartner.de.

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