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In der Stadtbibliothek Freising decken sich Ferienkinder wie Zoe mit Lektüre ein – und schmökern auch vor Ort. Dann sind Schal und Anorak nicht mehr nötig.

Ferientage in Freising

Alternativen an kühlen Tagen: Schmökern statt Eiskaffee und Radltour

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Freising - Die Eisdiele leer, Hallenbad und Stadtbibliothek voll: Schnee und klirrende Kälte lassen die letzten Ferientage in der Domstadt zur Zitterpartie werden: Für Daheimurlauber, Ferienkinder und so manchen Geschäftsmann.

„Mein Mann Ezio ist zu seiner Mutter nach Italien gefahren, so wenig ist los“: Flor De Lorenzo, die Chefin des Eiscafés Dolomiti am Veitsmüllerweg, ist frustriert: „Bis auf ein paar Tage Anfang des Jahres, wo es Plusgrade gab, herrschte bisher tote Hose im Eisgeschäft. Ich sitze allein im Lokal und trinke Kaffee“. Freilich: Ab und zu schaue ein Gast herein und bestellt sich mal ein Getränk. Aber das Hauptgeschäft mit Stracciatella, Eiskaffee und Co. liege derzeit vollkommen flach. Flor De Lorenzo braucht nicht einmal eine Hilfe bei diesem trostlosen Wetter. Sie müsse schon lange in ihrem Berufsleben zurückdenken, um sich an ähnliche Wetterkapriolen erinnern zu können. „Und das ist heuer immerhin schon unsere 20. Saison in Freising.“

Die Ferienkinder und ihre Eltern scheinen sich indes im Freisinger Hallenbad auf Betriebstemperatur zu bringen: „Bei uns herrschte an den Familientagen, jeweils am Dienstag und Donnerstag, volles Haus. Vor allem am vergangenen Samstag, dem Warmbadetag, sind deutlich mehr Kinder also sonst mit ihren Familien gekommen“, berichtet Schwimmmeister Richard Rothkopf: „Rund 40 Kinder dürften das schon gewesen sein“. Da dürfte vor allem das auf 30 Grad hochgeheizte Wasser ein Anreiz gewesen sein. Aber auch die eigens aufgestellte Rutsche, die Schwimmtiere und anderen Spaßutensilien im Becken ließen beim Badevergnügen die Kälte draußen vergessen, erzählt Rothkopf.

Wer nicht ins Becken will, der sucht in der gut geheizten Freisinger Stadtbibliothek Zerstreuung im Buchangebot. Leiterin Susanne Beck kann sich nach eigenen Worten über eine niedrige Ausleihfrequenz jedenfalls nicht beklagen: „Bei uns ist an den kalten Tagen viel los.“ Bei den Kindern sei in der unterkühlten Ferienwoche aber nicht nur das Buchangebot beliebt, sondern auch der „Lerntisch“ im Untergeschoss: „Vor allem am Dienstag war er bis auf den letzten Platz besetzt.“

Diese Zweiräder warten alle auf einen Besitzer. Aber während das Reparaturgeschäft bei Fahrrad-Fachhändler Anton Hübsch auf Hochtouren läuft, dürfte sich im Verkauf noch ein bisserl mehr tun. Das kalte Wetter mache wenig Lust auf einen Radlkauf.

Die Radlsaison hat zwar schon längst begonnen und bei Fachhändler Anton Hübsch in der Freisinger Fabrikstraße wird fleißig repariert, aber: „Im Verkauf merken wir deutlich, das die Leute besseres Wetter abwarten“, sagt der Chef. Vor allem, wer das Radeln als Sport betreibt und sich deswegen ein Mountainbike („die sind der Renner“) zulegen will, der kaufe bei dem Wetter eher nicht: „Denn wer sich so ein Rad anschafft, der möchte damit auch gleich rausfahren, vor allem auch in den Ferien oder im Urlaub.“ Hübsch resümiert: „Wenn jetzt schönes Wetter wäre, stünden sicher vier bis fünf Kunden mehr im Laden.“

Mehr Gas geben dürfte der Frühling auch nach Ansicht von Motorrad- und Roller-Händler Kurt Bach aus der Angerstraße. „Noch sind unsere Auftragsbücher voll“, meint er, aber: „Schön langsam dürfte es wärmer werden, sonst bricht der Verkauf von neuen Maschinen ein.“ Der Händler, der seit über 20 Jahren in Freising ansässig ist, erklärt: „Die Saison beginnt im Februar, wenn die neuen Modelle rauskommen. Ich liefere auch noch Motorräder aus, aber wenn das mit dem Wetter so weitergeht, wird’s schwierig“. Dabei kennt Kurt Bach solche Wetterkapriolen. Vor über zehn Jahre sei es auch übel gewesen: „Da schneite es noch im Mai“ – und umgekehrt: „An Weihnachten 1998 war es so warm, da hab’ ich an Heiligabend ein Motorrad verkauft.“

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