Eine Frau steht im November 2018 vor dem Haupteingang des Klinikums Freising
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Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen legen am Montag ihre Arbeit am Klinikum Freising nieder.

Zudem mehr Corona-Patienten auf der Isolierstation

Am Montag wird das Freisinger Klinikum bestreikt - Notversorgung sichergestellt

  • Helmut Hobmaier
    vonHelmut Hobmaier
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Das Klinikum Freising wird am Montag bestreikt. Pflegekräfte und Verwaltungsmitglieder legen ihre Arbeit nieder.

Freising – Die aktuellen Warnstreiks im Öffentlichen Dienst erreichen jetzt auch den Landkreis Freising: Am Montag wird am Klinikum Freising gestreikt, betätigt Klinikum-Sprecher Sascha Alexander auf Nachfrage. Die Arbeit niederlegen würden also nicht die Ärzte, sondern Angestellte aus verschiedenen Bereichen – Pflegekräfte ebenso wie Mitarbeiter aus der Verwaltung.

Streik am Klinikum Freising - Notdienstvereinbarung getroffen

Zwischen der Klinikumsleitung und ver.di sei eine Notdienstvereinbarung getroffen worden, die verbindlich die Details regle, um die Patientenversorgung nicht zu gefährden. „In den Abteilungen ist am Montag die Patientenversorgung sichergestellt, die Notfallversorgung – also Notaufnahme, Intensivabteilung, Schlaganfallstation und OP – ebenso“, bekräftigte Alexander am Mittwoch. Nicht betroffen von dem Streik, der sich nur auf den Montag erstrecken soll, sind die Bereiche, die vom Klinikum-Dienstleister Metralog abgedeckt werden: Neben dem Transport sind das die Küche und die Reinigung.

Am Streik werden zwei Schichten, ergänzt Christian Reischl von ver.di München und Region. „Die Frühschicht und die Spätschicht sind am Streik beteiligt, die Nachtschicht nicht“, betont Reischl. Konkret bedeute das in der Umsetzung, dass am Montag keine Patienten neu aufgenommen, Notfälle aber behandelt werden.

Vom Corona-Applaus könne sich niemand etwas kaufen

Generell sei die Streikbereitschaft am Klinikum Freising hoch gewesen, erklärt Reischl. Vom Applaus, den gerade die Klinikum-Beschäftigten während der Corona-Krise erhalten hätten, könnten sie sich schließlich nichts kaufen, verteidigt Reischl die Forderung nach 4,8 Prozent (oder mindestens 150 Euro) mehr Lohn. Speziell gehe es in der Pflege auch um Dinge, wie etwa die Pause im Nachtdienst. Da die in der Praxis meist gar nicht genommen werden könnte, müsste diese Zeit künftig bezahlt werden, argumentiert Reischl.

Eine weitere Forderung sei die Pflege-Zulage, die in den Uni-Kliniken bereits bezahlt werde – in den kommunalen Krankenhäusern aber nicht.

Die Streik-Veranstaltung findet am Montag ab 9 Uhr vor dem Landratsamt statt. Auch Beschäftigte aus dem Landratsamt und der Stadtwerke würden sich daran beteiligen und die Lage in ihren Betrieben schildern. Mit dabei ist beim Streik am Montag auch eine Reihe von Auszubildenden des Klinikums.

Corona im Landkreis Freising: Zwölf Patienten auf der Isolierstation

Dort spiegelt sich der allgemeine Anstieg der Corona-Fallzahlen auch in einer steigenden Anzahl von Corona-Patienten wider. Am Mittwochmorgen lagen laut Pressestelle zwölf Personen auf der Isolierstation, davon sieben mit positivem und vier mit negativem Testergebnis. Bei einem Patienten bestand am Mittwoch lediglich der Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung. Der Patient wartet aktuell auf das Ergebnis. Auf der Intensivstation lag gestern nur ein (positiv getesteter) Patient, der aber nicht beatmet werden muss.

Alexander: „Momentan läuft der Betrieb normal. Dank der Erfahrungen aus den vergangenen Monaten haben wir genügend Schutzausrüstung, und alle Mitarbeiter sind vorbereitet für eine mögliche zweite Welle.“ Abgesehen davon habe es im Klinikum seit Ende Februar „keine Woche gegeben, in der wir keine Verdachtsfälle hatten“, betont der Pressesprecher. „Wir sind also laufend mit dem Thema konfrontiert.“ Die Zahlen seien aber – noch – deutlich geringer als zum Höhepunkt der Pandemie.

Die zunehmende Zahl an Infizierten im Landkreis Freising hat Auswirkungen auf die Schulen: Erneut müssen zahlreiche Schüler in Quarantäne. 

Es ist die erste Absage für das Jahr 2021: Aufgrund der Pandemie sagen die freysing larks den Musikalsommer im nächsten Jahr ab.

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