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Die beiden Direktoren Lore Sprickmann Kerkerinck und Manfred Kastlmeier haben mit verschiedenen Problemen zu kämpfen – wie zum Beispiel mit Germaniten.

Amtsgericht Freising: Die Belastung ist hoch

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Freising - Unterbesetzt, aber alle Hände voll zu tun: Die Direktoren des Amtsgerichts Freising, Lore Sprickmann Kerkerinck und Manfred Kastlmeier, stellten im Pressegespräch gestern die Bilanz 2015 vor – und erklärten, mit welchen Problemen sie aktuell zu kämpfen haben.

Wenn Manfred Kastlmeier, stellvertretender Direktor, auf „Germaniten“ angesprochen wird, runzelt er die Stirn. Sie lehnen die Bundesrepublik Deutschland mit den Gesetzen ab und verhalten sich auch so gegenüber dem Amtsgericht. „Da kommen Ladungen mit wirren Begründungen zurück“, sagt Kastlmeier. Wenn dann aber doch einmal jemand vor Gericht erscheint, ist es schon passiert, dass er sich nicht auf die Angeklagtenbank sitzt – sondern lieber eine Plastikpuppe hinstellt. „Die wollen nur Chaos stiften“, sagt der Richter. Aber man müsse ja trotzdem einen vernünftigen Umgang pflegen. Vier solche Verfahren laufen aktuell – eine Herkules-Aufgabe.

Eine solche ist auch die Bewältigung des täglichen Geschäfts. Denn: Der errechnete Bedarf an Richtern, Rechtspflegern und Servicekräften liegt deutlich über der aktuellen Besetzung. Anderthalb Richterstellen gibt es zu wenig, ebenso zwei Rechtspfleger- und drei Servicekräftestellen. Direktorin Lore Sprickmann Kerkerinck: „Eine Belastung von 1,0 wäre optimal. Wir liegen mit einem Wert von 1,14 deutlich darüber.“ Der Bayernschnitt für alle Gerichte betrage 1,09, für Amtsgerichte 1,17.

Die nackten Zahlen in der Statistik lesen sich grundsätzlich gut: Deutlich weniger Ordnungswidrigkeiten (von rund 1978 auf 1578), weniger allgemeine Strafsachen (von 746 auf 643) und etwas weniger zivilrechtliche Fälle (von 1677 auf 1636). Dem gegenüber steht allerdings ein enormer Zuwachs an Familienangelegenheiten (von 1272 auf 1530), den sich niemand so wirklich erklären könne, meint die Direktorin.

Eine gute Nachricht hatte zum Ende des Gesprächs noch Kastlmeier zu vermelden: Endlich, so sagt er, beginne der Umbau des Eingangsbereichs – aus Sicherheitsgründen. Bereits vor zwei Jahren wurden Pläne vorgestellt, von 23. Mai bis 6. Juni wird der übliche Eingang vorübergehend geschlossen. Provisorisch kann man das Gebäude dann direkt gegenüber betreten – ebenfalls im Innenhof. Im Dezember soll dann alles erledigt sein. Hofft Kastlmeier zumindest.

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