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Sehenswert sind die Werke der Künstlerinnen Anne Autrum (l.) und Antje Reck, die noch bis Donnerstag, 9. November, in den Räumen der Freisinger Bank gezeigt werden. 

Antje Reck und Anne Autrum stellen in der Freisinger Bank aus

Abstrakte Bild-Botschaften

Dynamik, Energie und sehr viel Sensibilität charakterisieren die Arbeiten der beiden Künstlerinnen Antje Reck und Anne Autrum. Unter dem Titel „Neue Bilder“ zeigen die beiden Künstlerinnen derzeit abstrakte Aquarelle und Ölgemälde in den Räumen der Freisinger Bank an der Münchner Straße.

Freising Wie ihre Bildbotschaften „entschlüsselt“ werden können , das erklärte bei der Vernissage in diesen Tagen der Kunstprofessor Werner Maier. Es ist ein interessantes Spannungsfeld, das in den Arbeiten der beiden Künstlerinnen liegt. Losgelöst vom realistischen Abbild komponiert Antje Reck mit Wasserfarben und Mischtechniken transparente Farbflächen. Autrum macht sich meist mit Ölfarben auf die Suche nach der „Farbe der Farbe“, wie dies der Laudator des Abends, der akademische Maler, Werner Maier, den Gästen der Vernissage in diesen Tagen erklärte.

Die Malerei von Anne Autrum und Antje Reck sei unabhängig vom Dargestellten. Autrum orientiere sich zwar an Strukturen wie Häuser (im Obergeschoß), ignoriere aber den Gegenstand. Sie hebe die Grenzen der Gegenstände auf, lasse Räume und Flächen entstehen, schaffe eine ganz neue Komposition mit Farben, die der natürlichen Farbigkeit in keiner Weise entsprächen. Maier erinnerte an späte Arbeiten eines französischen Impressionisten, der zum Schluss seines Künstlerlebens sein Gartenhaus in immer kühneren Farbkompositionen dargestellt habe. 30 verschiedene Ansichten seien entstanden, die mit dem realen Abbild nichts mehr zu tun gehabt hätten. Die Malerei habe ihre eigene Realität beansprucht, als Farbe an sich, wie auch als Komposition. Wunderschön sind auch die Arbeiten von Antje Reck. Mit Rot, Gelb,Blau und Grün erzeugt sie etwa in dem Tryptychon „Improvisation“, das im Eingangsbereich hängt, Rhythmus, Licht und Tiefe. Denn was vordergründig nur ein Konglomerat von vielen neben einander stehenden Farben wirke, sei ein langer Prozess in Richtung gegenstandsfreie Malerei. Wenn hier einer behaupten möchte, die Farbe sei wie willkürlich auf die Leinwand gespritzt oder geschüttet, so müsse er das Gegenteil behaupten. Denn das, was vordergründig als wild und ungezügelt wirke, weise eine kompositorische Geschlossenheit von höchster Güte auf. Dies sei auch dann der Fall, wenn die beiden Künstlerinnen die Farbe auf Schwarz-Weiß- und Grautöne reduzierten.                           Maria Martin

Gut zu wissen

Die Ausstellung „Kunst in der Bank“ ist noch bis Donnerstag, 9. November, zu besichtigen. Geöffnet ist während der Geschäftszeiten. Eine Führung durch die Ausstellung erfolgt am 10. Oktober um 14.30 Uhr.                                                                                

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