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Aus der Moosach, in Höhe der Schrebergärten, wurde ein Freisinger am Sonntagnachmittag aus dem eiskalten Wasser gerettet.

Mann in die Moosach gefallen

BRK-Einsatz im eiskalten Wasser

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Freising - Riesenglück im Unglück hatte ein Rentner (85) am Sonntag: Er war in seinem Schrebergarten am Marzlinger Fußweg in die Moosach gefallen und hatte dort stundenlang im Morast festgesteckt. Anwohner alarmierten die Retter. Dann folgte eine nicht alltägliche Rettungsaktion.

Es war kurz nach 16 Uhr, als ein Anwohner aus der Landshuter Straße Hilferufe aus der benachbarten Schrebergarten-Siedlung wahrnahm und sofort die Rettungskräfte alarmierte. Eine Rettungswagen-Besatzung des Freisinger BRK sowie Einsatzkräfte der Hauptfeuerwache der FFW waren mit drei Fahrzeugen und 22 Mann vor Ort. Die Helfer entdeckten den hilflosen Mann im Uferbereich der eiskalten Moosach liegend. Er war bereits völlig entkräftet und steckte bis zur Hüfte im stickigen Schlamm fest.

Als das Rettungsassistent Gerald Wagner (49) aus Freising sah, der an diesem Tag im Einsatz war,  reagierte er sofort: „Ich gab mein Funkgerät und alle meine Einsatz-Utensilien ab und ging zusammen mit dem Notarzt in die Moosach.  „Und das war etwa zehn Grad kalt." Wagner weiter: „Der Rentner konnte nur noch den Kopf über die Wasserlinie strecken.“

Die  Retter sicherten im brusthohen Wasser den unter Schock stehenden Mann ab und beruhigten ihn: „Der Verunglückte muss schon einige Stunden in der Moosach gelegen haben“, berichtete Gerald Wagner: „Er sei schon gegen 13 Uhr in seinem Garten gewesen dun gestürzt, wie er erzählte.“ Gemeinsam mit dem Notarzt befreite der BRK-Helfer den Rentner. Dann wurde der Unterkühlte auf einem Rettungsbrett an Land gezogen: „Es war ganz wichtig, ihn flach aus dem Wasser zu bekommen. Hätte man ihn aufgerichtet, wäre das kalte Blut von den unteren Körperregionen ins Herz gepumpt worden, und es wäre zum Infarkt gekommen.“ Der Mann kam sofort ins Klinikum Freising, wo er jetzt wieder „auf dem Weg der Besserung ist“, wie Gerald Wagner erzählte, der im übrigen keinen großen Wirbel um seinen Einsatz will: „Jeder meiner Kollegen hätte das auch getan.“ 

BRK-Kreisverbands-Chef Albert Söhl: „Ich bin stolz auf Gerald Wagner. Solche Fälle kommen beileibe nicht jeden Tag vor.“ Söhl weiter: „Und es war eine großartige Leistung aller eingesetzten Helfer vor Ort.“

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