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Zur Kreisheimatpflegerin für Bodendenkmäler wurde Delia Hurka vom Kreistag ernannt. Der Archäologische Verein fühlt sich dadurch ausgebootet. 

Nach der Bestellung einer hauptamtlichen Kreisheimatpflegerin für Bodendenkmäler

Archäologischer Verein Freising ist maßlos enttäuscht: „Ein trauriger Tag für das Ehrenamt“

  • Andreas Beschorner
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Delia Hurka, frisch ernannte hauptamtliche Kreisheimatpflegerin für Bodendenkmäler, hat keinen leichten Start. Der Verein, der ihre Arbeit bislang ehrenamtlich machte, fühlt sich ausgebootet.

Freising Die Ernennung von Delia Hurka zur Kreisheimatpflegerin für Bodendenkmäler hat für große Verärgerung beim Archäologischen Verein Freising e. V. gesorgt. Auf Facebook zeigen sich der Vereinsvorsitzende Lorenz Scheidl und andere User betroffen über diese Entscheidung. Ihr Vorwurf: Der Archäologische Verein, der sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich um die Bodendenkmäler im Landkreis kümmert, sei durch diese Entscheidung ausgebootet worden. Im Landratsamt sieht man das anders, verspricht eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Verein.

„Völlig überraschend“ sei der Verein durch die Bestellung von Hurka zur Kreisheimatpflegerin von seiner Aufgabe entbunden worden, schreibt Scheidl. Und: „Für uns als Vorstand ist es völlig unverständlich, warum man hier nun ehrenamtlich tätige Kräfte nicht fördert und unterstützt und lieber einen teuren Hauptamtler einsetzt.“ Er sei als Vorsitzender „maßlos enttäuscht“, im Verein müsse man sich nun Gedanken machen, „wie es weitergehen soll“.

Archäologischer Verein Freising nur telefonisch über Personalie informiert

Schon vorher sei von einer wirklich guten Zusammenarbeit nicht die Rede gewesen, der Verein sei immer mehr in den Hintergrund gedrängt worden, und verliere durch diese Entscheidung „weiter massiv an Bedeutung“, so Scheidl. Andere Kommentatoren sehen das ähnlich, glauben, dass der Verein so „mit Füßen getreten“ werde, dass es „ein trauriger Tag für das Ehrenamt des Archäologischen Vereins“ sei und dass das Landratsamt „wieder Sonderwünsche“ brauche. Was Scheidl zudem ärgert: Man sei leider nur telefonisch informiert worden, „dass die Kreisheimatpflege nun hauptamtlich bei Frau Hurka liegt“.

2016, so Scheidl, seien erste Planungen des damaligen Landrats, die Stelle eines Kreisheimatpflegers für Bodendenkmäler zu schaffen, wieder aufgegeben worden, weil man sich darauf verständigt habe, die Regelung beizubehalten wie sie damals gewesen sei, schreibt Lorenz. Im Nachhinein wirke das vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse auf ihn „sehr grotesk“. Immerhin sind die Fronten noch nicht so verhärtet, dass totale Eiszeit herrscht: Scheidl konnte berichten, dass er inzwischen „ein konstruktives Gespräch“ mit Landrat Helmut Petz gehabt habe und man die Sache in Kürze klären wolle. „Hoffen wir, dass aus der Not noch eine Tugend gemacht werden kann“, so Scheidl.

Landratsamt will Interessen angemessen berücksichtigen

Das Landratsamt hat derweil auf seiner Facebook-Seite auch zu den Vorwürfen und der Kritik Stellung genommen: Dem Landkreis „war und ist stets an einer guten Zusammenarbeit“ mit dem Verein gelegen und man werde „alles versuchen, dessen Interessen angemessen zu berücksichtigen“. Grundsätzlich sei man überzeugt, dass Hurka als studierte Archäologin eine große Unterstützung für den Archäologischen Verein und damit auch eine Stärkung und Aufwertung der ehrenamtlich tätigen Mitglieder sei. Ende August werde es ein Gespräch zwischen Verein und Landrat geben, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Denn alle arbeiteten ja an dem gleichen Ziel: „Die archäologischen Funde zu sichern, zu dokumentieren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“

Lesen Sie auch: Der Kommandant der Feuerwehr Au wirft das Handtuch.

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