Präsentieren die Neuerscheinung: Archivdirektor Peter Pfister, Maria Rita Sagstetter (Direktorin des Staatsarchivs Amberg), Herausgeber Roland Götz und Günther Lehrmann (Vorsitzender des Historischen Vereins; v. l.). foto: lehmann

Architektonische Schätze

Freising - Auf dem Domberg verbirgt sich ein Schatz: Der Barocksaal der Dombibliothek und der Archivraum seien eine „historische Rarität im süddeutschen und österreichischen Raum“, sagte Maria Rita Sagstetter.

Die Direktorin des Staatsarchivs Amberg referierte im vollbesetzten Neuen Lesesaal der Dombibliothek über die „Schatzkammern des Wissens - Zur Baugeschichte von Dombibliothek und Archivsaal des Domkapitels in Freising“. Barocksäle seien heute nur noch in Klöstern wie etwa in Melk zu finden, sagte sie. Auch Archiveinrichtungen waren zum großen Teil während der Säkularisation verlorengegangen.

Das Freisinger Archiv nahm früher einen viel größeren Platz ein als die Bibliothek. Es enthielt zum Beispiel Besitzurkunden und durfte nur von wichtigen Personen wie dem Domdekan betreten werden. Sie konnten es nur durch andere Säle und durch eine Holz- und verriegelte Eisentür erreichen. Nach der Säkularisation wanderte der Bestand nach München ins Bayerische Hauptstaatsarchiv und ins Archiv des Erzbistums München und Freising. Heute wird das Archiv von der Dombibliothek als Magazin genutzt.

Das heutige barocke Erscheinungsbild geht auf Umbaumaßnahmen von 1732 bis 1734 zurück. Diese waren nötig geworden, weil die Säle einsturzgefährdet waren. Viele Freisinger Handwerker arbeiteten daran mit, wie etwa der Stuckateur Thomas Glasl. Danach war die Bibliothek auch der Öffentlichkeit zugänglich. Diese ist seit 2009 aber wegen der Restaurierung wieder ausgeschlossen.

Bis zur Neueröffnung müssen sich Interessierte mit Bildern begnügen. Die findet man etwa in dem Buch „Vom Domberg nach München. Beiträge und Quellen zu Geschichte und Beständen der Freisinger Archive vor, während und nach der Säkularisation“, das nun nach zehn Jahren vorliegt. Herausgeber Roland Götz präsentierte die Neuerscheinung im Anschluss an den Vortrag. Die Idee dazu war im Rahmen einer Ausstellung zum 200. Jahrestag der Säkularisation entstanden. Die Autoren wollen mit dem Band einen „Beitrag zu einem weniger beachteten Aspekt der Freisinger Bistums- und Kulturgeschichte“ leisten.

Viel Platz wurde in der reichbebilderten Neuerscheinung den Quellen eingeräumt: So ist etwa das Tagebuch der Zivilbesitznahme von 1802 komplett abgedruckt, der Ablauf könne so stündlich mitverfolgt werden, sagte Götz. Das soll für den Leser „Grundlage und Anregung zu weiteren Forschungen“ sein. (tp)

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