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Er hat es schon wieder getan: Mathias Fritsch (M.) rettete seiner SpVgg Freising in Au zum dritten Mal in dieser Saison ein Unentschieden.

Landkreis-Derby in der Ringer-Oberliga

Au gegen Freising: Spannender ging‘s nimmer

Au/Freising - Das war nichts für schwache Nerven: Die Ringer des ASV Au und der SpVgg Freising trennten sich im Oberliga-Landkreisderby nach einem abwechslungsreichen und packenden Kampf mit 15:15-Unentschieden. Die Aufholjagd krönte ein Freisinger Ringer, der seiner SpVgg nicht zum ersten Mal in dieser Saison ein Remis gerettet hat.

Lange sah es nach einer klaren Angelegenheit aus:Nach drei Kämpfen führten die Auer bereits mit 10:0 – die ASV-Fans waren aus dem Häuschen. Dieser Vorsprung schmolz zwar bis zur Pause auf 10:5, war aber immer noch komfortabel. Dann schlug jedoch die Stunde der Gäste: Die Freisinger, die von ihrer mitgereisten Anhängerschar lautstark nach vorne getrieben wurden, kämpften verbissen und erreichten am Ende ein verdientes Remis. Mit dieser Punkteteilung können beide Klubs, die am Samstag Werbung für den Mattensport im Landkreis betrieben haben, locker leben: Hinter dem Titelträger ASC Bindlach (25:3 Punkte) wurde der ASV Au, der als Aufsteiger eine tolle Saison gerungen hat, mit 19:9 Zählern Vizemeister – vor der SpVgg Freising, die mit einem beachtlichen dritten Platz und 15:13 Zählern ihr Soll erfüllt hat. Der zweite Platz in der Oberliga ist der bisher größte Erfolg der Hallertauer in ihrer 38-jährigen Vereinshistorie und wird bestimmt einen würdigen Platz in der Chronik finden.

Zu den Kämpfen: In der ersten Begegnung traf der Auer Gerhard Linseisen, der rund fünf Kilo abgekocht hatte, auf Christian Zacherl. Linseisen (57 Kilo, klassischer Stil) gewann gegen den Domstädter, der sich aber einen Schlüsselbeinbruch zuzog und dadurch arg gehandicapt war, mit 7:4. Schwergewichtler Sascha Iannacone hatte sich im Hinkampf von Richard Krimmer schultern lassen müssen. Diesmal drehte der Auer den Spieß um und legte seinen mehr als 23 Kilo leichteren Gegner nach nur einer Minute aufs Kreuz. Den schnellsten Schultersieg des Abends landete aber Kyrillos Poutakidis im freien Stil bis 61 Kilogramm: Er benötigte nur 37 Sekunden, um den Freisinger Ilian Dudzinski in den Mattenstaub zu zwingen.

Die erste Niederlage der Auer kassierte dann Hasan Soykan, der ins Halbschwergewicht aufgerückt war: Im klassischen Stil musste er sich von der Bankstellung aus vom SpVgg-Ringer Wolfgang Stork durchdrehen lassen und verlor mit 1:3. Im Leichtgewicht war Sandro Hazer nur Kanonenfutter für den Freisinger Csongor Knipli. Im klassischen Stil verlor er bereits vor der Pause mit 0:18. Ausgerechnet Rainer Morasch, der Trainer des ASV Au, enttäuschte danach im freien Stil bis 86 Kilo und gab zum Entsetzen der Hallertauer Fans vier Zähler ab. Morasch führte zur Pause gegen Oliver Straub deutlich mit 13:3 und sah schon wie der sichere Sieger aus. Aber dann musste er seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen und wurde von Straub noch geschultert. Auch ASV-Leichtgewichtler Abdul Satar Qaderi, der in dieser Saison alle Begegnungen gewonnen hat, blieb im freien Stil hinter den Erwartungen zurück: Er setzte sich zwar gegen Philipp Unützer mit 10:9 durch, aber der Freisinger war der moralische Sieger.

Im Mittelgewicht (griechisch- römisch) traf der Ungar Patrik Szabo nicht auf seinen Landsmann Zoltan Keri, sondern auf Patrick Kratzer. Der Freisinger musste sich immer wieder durchdrehen lassen und verlor entscheidend. Weltergewichtler Vladislavs Jakubovics war im klassischen Stil gegen Freisings Trainer Ion Gaimer nur auf Schadensbegrenzung aus: Er unterlag mit 0:6 und war damit sogar noch gut bedient. Im letzten Kampf des Abends musste sich dann Martin Soller, der ins Weltergewicht aufrückte, von Mathias Fritsch nach nur einer Minute schultern lassen. Interessant: Nach Mietraching und Hof hat der „Thisi“ der SpVgg in Au bereits zum dritten Mal ein Remis gerettet.

Anton Schweißgut

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