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Aus digitalen Farbtöpfen bedienen sich Moosburgs Stadtpfarrer Reinhold Föckersperger (l.) und der Mauerner Kunstschaffende Wolfdietrich Hoeveler.

Altes Gefängnis

Ausstellung in Freising: Der Pfarrer, der mit der Maus malt

Eigentlich vergeht keine Stunde, in der man sein Smartphone nicht zur Hand nimmt. Der Moosburger Pfarrer und Domkapitular Reinhold Föckersperger nutzt es, um damit Bilder zu zeichnen. Virtuose Kleinode sind dabei entstanden.

Freising – Gemeinsam mit dem Mauerner Kunstschaffenden Wolfdietrich Hoeveler gestaltete der Geistliche am vergangenen Wochenende eine interessante Ausstellung im Alten Gefängnis in Freising. Glaube, Hoffnung Liebe – diesen drei Begriffen aus dem sogenannten „Hohen Lied der Liebe“ im Neuen Testament wurden in der Ausstellung noch weitere an die Seite gestellt. „Leben(s)wichtig – Glaube, Liebe, Hoffnung, Leibeswohl und Natur“.

Der Titel lässt erahnen, dass Föckersperger und Hoeveler die Frage nach dem Sinn des Lebens in den Mittelpunkt stellen. Wolfdietrich Hoeveler sei es zu verdanken, dass er seine Bilder an dieser Stelle zeigen dürfe, bedankte sich Föckersperger bei der Vernissage am Freitag. Dieser habe die Ausstellung angeregt und konzipiert. Dass Handy und Computer vom eigentlichen Leben ablenken, wie dies kritische Menschen behaupten, davon ist bei den beiden kreativen Senioren nichts zu spüren. Im Gegenteil: Beide bedienen sich aus digitalen Farbtöpfen, beide benützen als „Pinsel“ die Maus und schaffen es, mittels der Computer- und Kommunikationstechnik ganz transzendentale Welten zu erschließen. Da führt ein Weg im Gebirge ganz harmonisch zur oberen Bildhälfte und verliert sich dann im Himmel.

Hoeveler bearbeitet seine Fotografien am Computer so lange grafisch, bis sie auf den ersten Blick wie gemalt wirken: „Fotografiken“ nennt er dann das Endprodukt. „Der Weg, der sich im Himmel verliert, das ist für mich ein Sinnbild für ewiges Leben“, betont der Künstler. Oft ist es das christliche Symbol des Kreuzes, das in der Ausstellung in neuen Facetten auftaucht: Mal ist es nur mit hauchdünnen Strichen angedeutet, mal ragt es ganz dynamisch als bestimmendes Element in das Bild. „Kosmisches Kreuz“ nennt der Moosburger Domkapitular eine Arbeit, die neben der senkrechten und horizontalen Komponente des Kreuzes auch noch den Kreis als Zeichen für die Unendlichkeit aufweist.

In ganz kräftigem Rot, Grün, Gelb und Blau werden aber auch Stillleben dargestellt: Obstschalen mit so humorvollen Titeln wie „Gesundes Leben“ oder „Verlorene Südfrüchte“ sollen an die Genüsse des Lebens erinnern, eben an das „Leibeswohl“.

Maria Martin

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