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Sie zeigen ihre Werke im Alten Gefängnis: Thomas Breitenfeld, Hiba Al Ansari, Iwona Rozbiewska, Jungmin Park, Domino Pyttel und Anna Pfanzelt (v. l.). 

Ausstellung des Modern Studio Freising

Schwebende Löffel und Kriegsschauplätze

Abschlussschüler der Akademie der Schönen Künste in München sind derzeit in Freising zu Gast. Unter dem Titel „Kunst ist ein ernstes Spiel“ zeigen Hiba Al Ansari, Thomas Breitenfeld, Jungmin Park, Anna Pfanzelt, Iwona Rozbiewska und Domino Pytte ihre Arbeiten im Alten Gefängnis.

Freising – Die traditionelle Frühjahrsausstellung des „modern studio freising“ hat sich wieder auf ganz experimentelle Kunst eingelassen. Auf dem Boden liegt ein himmelblauer Quilt: die traditionelle Bettdecke in Syrien. Die schönen Muster, die von den syrischen Frauen traditionell mit Nadel und Faden auf den Stoff gestickt werden hat die Syrerin Hiba Al Ansari durch den Grundriss einer durch Bomben zerstörten Siedlung in der syrischen Stadt Raqqa ersetzt. Das Besondere: Die Bettdecke ist an vielen Stellen aufgerissen. Schafwolle – die typische Füllung der Decken – quillt heraus. „Das symbolisiert die Explosionswolken, die über den Trümmern der zerstörten syrischen Häuser schweben“, erklärt die Künstlerin. Der Quilt symbolisiere Schlaf, Ruhe und Geborgenheit. Sie benutze den Stoff, um auf die schrecklichen Augenblicke hinzuweisen, wenn eine Explosion die Menschen im Schlaf überrasche.

Die enge Wechselwirkung von Literatur und Kunst zeigt Iwona Rozbiewska. Ein Gedicht des Lyrikers Bert Brecht habe sie zu einer Rauminstallation angeregt: „Ihr seid wie Leute, die an den Meeresstrand kommen, wollen hinüber und haben nur einen Löffel, das Meer auszuschöpfen.“

Ein surreal vergrößerter, silbrig glänzender Löffel schwebt in der Luft – darunter hat Robziewska handgemachte Ziegel aus Ton aufgebaut: eine unbewegliches Gegengewicht zum „fliegenden“ Löffel. Dünn gesägte, runde Holzforen, die sich wie eine Ziehharmonika auseinander ziehen lassen, hat der Holzbildhauer Thomas Breitenfeld zu raumgreifenden Figuren, die an Panzer von Schalentieren erinnern, transformiert. Zentrales Anliegen sei die permanente Entwicklung und Veränderung der Kunstwerke während des Entstehungsprozesses, so der Künstler.

Jungmin Park hat ihre Kindheit in der südkoreanischen Hafenstadt Busan verbracht. Das Wasser spiele eine zentrale Rolle in ihren Arbeiten, erzählt die Akademie-Absolventin. Der Bildaufbau in ihren Ölbildern sei vom Wasser geprägt. Entsprechend erfolge der Farbauftrag in lasierenden Schichten.

Faszinierende Bleistift-, Tuschezeichnungen und Skulpturen zeigt Anna Pfanzelt. Aufsteigende und stürzende Figuren, die an Deckenfresken in katholischen Kirchen erinnern, hat sie in eine Radierung mit dem Titel „Ulrike 4“ eingearbeitet.

Domino Pyttel thematisiert in ihren Arbeiten die Verbundenheit zwischen Mensch und Tier. In ihren neuesten Arbeiten zeigt sie hybride Wesen, in denen Mensch und Tier miteinander verschmelzen.                                                                                                                                    Maria Martin


Gut zu wissen

Die Ausstellung kann bis zum 29. April besichtigt werden: Öffnungszeiten sind Freitag von 15 bis 19 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 11 bis 19 Uhr.

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