Nur die Silhouette des Dombergs hat sich seit 1920, als diese Aufnahme entstand, kaum verändert. Die Stadt freilich ist enorm gewachsen.

Ausstellung des Stadtarchivs Freising

Aufbruch und Umbruch in Freising

Das Freisinger Stadtarchiv präsentiert jetzt 80 Fotomotive, die prägnant und ausdrucksstark das Freising des frühen 20. Jahrhunderts wiedergeben. Am morgigen Donnerstag, 29. Juni, eröffnet OB Tobias Eschenbacher um 19.30 Uhr die Ausstellung „Aufbruch und Umbruch – Freising in Fotografien der Jahre 1900 bis 1920“. Zu sehen sind die Fotografien im Alten Gefängnis – und zwar bis Mitte August.

Noch ein eher ländliches Idyll: der Freisinger Domberg anno 1903.

FreisingFlorian Notter, der Leiter des Stadtarchivs, umreißt den historischen Hintergrund: „Die Stadt befand sich in jenen Jahren in Aufbruchsstimmung. Sie wuchs deutlich über ihre alten Grenzen hinaus: Die Vorstädte wurden größer und mit der Eingemeindung des Nachbarortes Neustift konnte das Stadtgebiet erheblich erweitert werden. Partieller Wohlstand ließ auf den nordseitigen Anhöhen das neue „Villenviertel“ entstehen. Mit drei Großfabriken und einer Vielzahl innovativer Klein- und Mittelbetriebe hatte Freising zudem Anteil an der industriellen Produktion. Gleichzeitig investierten Kirche und Staat kräftig in ihre Lehreinrichtungen auf dem Domberg und auf dem Weihenstephaner Berg, wodurch Freisings Profil als Schul- und Hochschulstadt weiter geschärft werden konnte.

Noch verkehrsberuhigt: Die Stadtmitte um 1905.

Durch die Verlegung der prestigeträchtigen Eliteeinheit des 1. Jägerbataillons wurde auch der Garnisonstandort Freising gestärkt. Nicht zuletzt versuchte die Stadtpolitik durch eigene Investitionen Akzente einer ‚modernen‘ Stadtentwicklung zu setzen, so etwa mit dem Neubau eines repräsentativen Rathauses, der Anlage des Luitpoldparks und dem Bau des neuen Schwimmbades.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 hatte diese Entwicklung eine erkennbare Abschwächung erfahren. Auch in Freising veränderten der Krieg, die Revolution von 1918/19 und schließlich die neue demokratische Ordnung das politische und gesellschaftliche Leben spürbar“.

Die Ausstellung läuft von Donnerstag, 29. Juni, bis Sonntag, 13. August 2017. Geöffnet sind die Galerieräume im Alten Gefängnis mittwochs bis freitags von 17 bis 22 Uhr sowie samstags und sonntags von 10.30 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Jeden Samstag wird um 14.30 Uhr eine kostenlose Führung (45 Minuten) angeboten.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog, der neben einer Einführung auch alle Bildmotive und ausführliche Bildbeschreibungen beinhaltet. Er ist im Alten Gefängnis sowie im Buchhandel erhältlich (24,90 Euro).

Zur morgigen Ausstellungseröffnung sind alle Interessierten Bürger eingeladen.

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